Plauen will Millionenprojekt verhindern

Plauen - Nicht noch eine Discounter-Fläche möchte die Stadtverwaltung in Plauen genehmigen. Doch es könnten auch zahlreiche Arbeitsplätze entstehen.

 

Einer zweistelligen Millioneninvestition in der Plauener Innenstadt droht das Aus. Projektentwickler Jörgen Striffler aus Zeitz plant auf einer gut 26 000 Quadratmeter großen Brachfläche entlang der Böhlerstraße die Ansiedelung mehrerer Unternehmen.

 Entstehen sollen ein Getränkemarkt, ein Lebensmittelmarkt, sowie eine Burger King Filiale. Zudem wolle die Dekra Außenstelle Plauen und ein regionaler Kfz-Teile Großhandel auf der Fläche jeweils in einen neuen Standort investieren. Jeder der beiden Discounter wäre rund 800 Quadratmeter groß. Mehr als 12 Millionen Euro sollen insgesamt in zwei Bauabschnitten investiert werden. Und über 100 neue Arbeitsplätze könnten entstehen. Allein im Burger King seien etwa 50 Jobs geplant. "Hier wird im Dreischichtsystem gearbeitet", so Striffler. Außerdem soll sich auch die Verkehrssituation durch den Bau eines Kreisverkehres verbessern.

 Die Stadtverwaltung stellt sich gegen das Vorhaben und will es mit allen Möglichkeiten verhindern. Laut Baubürgermeister Manfred Eberwein (SPD) sei das Projekt nicht mit dem städtischen Einzelhandelskonzept konform. Er sieht den Handel in der Innenstadt gefährdet. "Wir haben in Plauen ein Überangebot an Handelsflächen." Die Einzelhandelssituation sei problematisch. Die Handelsfläche in Plauen betrage pro Kopf rund drei Quadratmeter. So viel wie in kaum einer anderen Stadt in Deutschland.

 Bisher war die freie Fläche als Mischgebiet ausgelegt. Eine Bebauung mit Discountern wäre demnach möglich. Um dies zu stoppen, will die Stadt nun einen so genannten einfachen Bebauungsplan für das Gebiet erarbeiten lassen. Dieser soll vorsehen, dass sich unter anderem keine Lebensmittelmärkte ansiedeln dürfen. Dies wäre für das Projekt das Ende. Das Konzept sei auf die Ansiedelung der beiden Discounter aufgebaut. Investor Striffler fühlt sich von der Stadt hinters Licht geführt, sagt er dem Vogtland-Anzeiger auf Anfrage. "Die wollen das in dreister Form verhindern." Seine bereits eingereichten Bauunterlagen, die er bewusst deutlich ausführlicher als notwendig ausgefüllt habe, seien Mitte letzter Woche in einer E-Mail der Stadt wegen Unvollständigkeit zurückgewiesen worden, heißt es. "Dass zwei Märkte die Innenstadt schädigen, halte ich für haarsträubend." Seit 27 Jahren baut Jörgen Striffler ähnliche Projekte auf. Dass sich Verwaltungen gegen derartige Pläne stellen, sei für ihn nicht neu. Allerdings nicht in dieser Form, sagte Striffler. Mit dem auferlegten Bebauungsplan sieht er das Grundstück deutlich abgewertet.

 "Was will man eigentlich im Zentrum?", fragt Dekra-Niederlassungsleiter Roland Gaedtke. Er würde ebenfalls gern dort bauen. Die Kfz-Experten müssen ihren bisherigen Standort beim Autohaus Oppel aufgeben. Mercedes wolle sich erweitern und die Fläche mit nutzen. Knapp eine Million Euro würde Dekra in den neuen Standort, der damit deutlich näher in die Innenstadt rückt, stecken. Dass die Innenstadt dadurch gefährdet sei, sieht Gaedtke nicht so. Im Gegenteil, sagt er. 

 

Von Martin Reißmann