Plauen vor 64 Jahren

Plauen - Am morgigen Karfreitag vor 64 Jahren gab der schwerste anglo-amerikanische Bombenangriff der Stadt Plauen den Todesstoß. In der Zeit vom 12. September 1944 bis zum 10. April 1945 mussten die Einwohner der Stadt insgesamt 14 Bombenangriffe erleben. 890 Menschen starben bei dem halbstündigen Angriff in der Nacht zum 11. April 1945.

Zwischen den Fernbomberkräften der Amerikaner und Briten wurde am 7. und 8. Februar 1945 eine Zielliste vereinbart, in der das vorher unscheinbare Plauen in die erste Riege von Zielen aufstieg. "Plauen wurde zum Hauptbombardierungsziel und sollte durch Flächenbombardierung zerstört werden", sagt Gerd Naumann, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Vogtlandmuseum. Der letzte, aber auch schwerste Angriff auf Plauen wurde von den Briten am 10. April geflogen. "Vor allem die Bahnhofsanlagen Unterer und Oberer Bahnhof sollten - laut britischen Angaben - zerstört werden", berichtet Naumann.

  Vor 64 Jahren beherrschten Elend und Leid, Trümmer und Schutt, Tote und Verletzte das Stadtbild. Von den 110 334 Plauenern kamen 2300 ums Leben. Die Stadt lag zu drei Vierteln in Schutt und Asche. Viele Bewohner der Stadt waren schon nach den ersten Angriffen der Alliierten aufs Land geflüchtet, deshalb blieb die Zahl der Todesopfer im Vergleich zu anderen, genauso schwer getroffenen Städten, geringer.

 

1 800 000 Tonnen Schutt lagen in Plauen. Das entspricht einem Schuttberg von 180 Metern Höhe auf einer Fläche von 100 mal 100 Metern. Allein im Stadtgebiet wurden 12 600 Bombentrichter gezählt. Von 8425 Gebäuden waren 2950 total zerstört, 1400 mittelschwer und 2150 leicht beschädigt.

Bereits heute wird um 16.30 Uhr auf dem Hauptfriedhof den Opfern der Bombenangriffe gedacht. Die stille Kranzniederlegung ist Erinnerung und Mahnung zugleich.