Plauen und Vogtlandkreis halten an Campus-Plänen fest

Plauen - Die Berufsakademie Plauen erweitert ihr Angebot und bietet ab Oktober die lang geforderte Studienrichtung Internationales Management an. Ein weiterer Schritt für ein besseres Bildungsangebot im Vogtland, darüber waren sich die Verantwortlichen am Freitag bei der Präsentation einig.

 Das Potenzial für die neue Studienrichtung sei da. "Ich gehe davon aus, dass wir den Kurs voll bekommen", sagt Dr. Peter Kühnl, er wird später einer der Dozenten sein. Mit etwa 25 Studenten soll es am 1. Oktober 2010 losgehen. Vor allem vogtländische Unternehmen die ins Ausland exportieren könnten von der neuen Studienrichtung profitieren. "Fremdsprachen, der Umgang mit anderen Kulturen und alles was man braucht, um im Unternehmen anzupacken, wird in dem neuen Kurs vermittelt, sagt Kühnl.

 Die BA Plauen hat derzeit insgesamt 274 Studenten. Im Vergleich zu anderen Standorten verhältnismäßig wenig. Die Plauener BA hat sich in den letzten Jahren gut entwickelt. "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht", sagt Prof. Dr. Anton Schlittmaier, kommissarischer Direktor. Durch die Aufnahme weiterer Studienrichtungen und einem Ausbau des Marketings stößt die Staatliche Studienakademie Plauen auf der Melanchthonstraße im kommenden Jahr an ihre Kapazitätsgrenze. "Die Bewerber sind da", so Schlittmaier. Auch neu ausgebaute Räume im Objekt werden spätestens bis 2012 belegt sein.

 

Aus diesem Grund hält die Stadt Plauen und der Vogtlandkreis auch weiter an den ehrgeizigen Campus-Plänen fest, die drei Gebäude auf dem Amtsberg zum künftigen BA-Standort umzubauen. Dies gelinge aber nur, wenn auch Dresden hinter dem Projekt steht und die Regierung das Vorhaben finanziell unterstützt. Dies machten gestern Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer und Landrat Tassilo Lenk nochmals vor Vertretern der Regierung und verschiedenen Ministerien sowie Mitgliedern des Staatsbetriebes Sächsische Immobilien- und Baumanagement deutlich. Beide schickten erneut ein Signal in die Landeshauptstadt. Die Regierung müsse für das Oberzentrum Plauen mehr als bisher machen, sagte Oberdorfer.

 Der Plauener CDU-Landtagsabgeordnete Frank Heidan: "Wir haben die Voraussetzungen geschaffen, aber wir dürfen jetzt nicht stehen bleiben." Die Regierung arbeitet derzeit an einem Hochschulbedarfsplan, von ihm hängt auch die Zukunft für die BA Plauen ab.  Auch wenn das ehemalige Schlossgelände zum neuen Campus umgebaut wird, besteht weiter ein Platzproblem. Denn in den nächsten zwei Jahren wird das Projekt nicht gestemmt sein. Allein der Bau wird rund zwei Jahre dauern, schätzt Oberdorfer ein. Eine Übergangslösung hat der Stadtchef aber bereits in der Schublade. "Wir werden eine Zwischenlösung finden."