Plauen tauft U-Boot im Mai

In Kiel entsteht derzeit das modernste Unterseeboot der Deutschen Marine. In Plauen wird der Schiffsbau mit Interesse verfolgt. Die Vogtlandstadt ist Pate der U-Boot-Besatzung. Am 15. Mai soll U 36 in Kiel von Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer und seiner Partnerin Silke Elsner getauft werden.

Plauen - Plauen taucht ab und zwar mit dem U-Boot U 36. Die Stadt hat die Patenschaft für die Besatzung des Unterseebootes übernommen. Das Boot selbst befindet sich noch in der Fertigung in der größten deutschen Werft, der HDW (Howaldtswerke-Deutsche Werft) in Kiel. Seine erste Feuerprobe hat das Schiff bestanden. Am 6. Februar ist es erstmalig zu Wasser gelassen worden. Im nächsten Jahr soll das Boot nach einer Erprobungsphase voraussichtlich in seinen Dienst gestellt werden.

Nicht ganz so lange warten müssen die Marine-Anhänger in Plauen bei der Taufe des U-Bootes. Die wird am 15. Mai in Kiel sein. Hier ist im Herbst 2011 bereits U 35 getauft worden. Die Gattin des Oberbürgermeisters von der Patenstadt Zweibrücken, Dr. Sigrid Hubert-Reichling, zerschlug erfolgreich eine Sektflasche an der Bordwand. Für das Schiff der "Plauener" Besatzung wird dies Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer mit seiner Partnerin Silke Elsner übernehmen.

Für die Versicherungsmaklerin eine nicht alltägliche, aber aufregende Aufgabe, sagt sie. "Ich freue mich darauf. Da es das letzte U-Boot ist, das gebaut wird, habe ich natürlich zugesagt", so die 44-Jährige. Für Silke Elsner ist die Schiffstaufe eine Premiere. Die Sektflasche auf Anhieb am Boot zum Zerspringen zu bringen, traut sie sich zu. "Ich bin weder erfahren im Flaschenzerstören noch werde ich es üben. Ich gehe davon aus, dass es klappen wird."

Plauen hatte sich bereits längere Zeit um eine derartige Partnerschaft beworben. Bewogen hat die Stadt dazu unter anderem auch die Geschichte des Plauener U-Boot-Kommandanten Werner Hartenstein, der für sein Handeln im Zweiten Weltkrieg beim so genannten Laconia-Zwischenfall bekannt wurde. Der Korvettenkapitän rettete mit seinem U-Boot Dutzenden Zivilisten des britischen Schiffs nach dessen Torpedierung das Leben.

Die Besatzung des neuen U-Bootes ist im August vergangenen Jahres in Plauen zum Antrittsbesuch gewesen. "Plauen hat uns herzlichst auf- und wahrgenommen. Auf eine erfolgreiche Patenschaft freuen wir uns", sagt Kapitänleutnant Stephan Busch. In einem Schreiben informierte er die Stadtverwaltung über den neusten Stand des Schiffsbaus in Kiel. Tag für Tag werde an dem über 57 Meter langen Unterseeboot gearbeitet.

Angetrieben wird U 36 mit einem Brennstoffzellen-Modul. Dadurch kann das Boot extra lange und vor allem besonders geräuschlose Tauchgänge absolvieren, was eine Ortung sehr erschwere. Das in Eckernförde beheimatete 1. U-Bootgeschwader besitzt mit dem neuen Schiff dann insgesamt sechs moderne U-Boote. U 36 ist etwas größer, verfügt über spezielle Sensoren und Anlagen sowie über eine Taucherschleuse, über die beispielsweise Spezialkräfte unter Wasser ausgeschleust werden können. Die 28-köpfige Besatzung nutzt die Bauzeit zur weiteren Schulung und Ausbildung. Erstmals Abtauchen wird die Mannschaft im Herbst mit ihrem neuen Unterseeboot.