Plauen: Stufenweise geht?s am Hradschin voran

Die Treppe am Hradschin mit Zugang zur Bergstraße wird derzeit neu gebaut. Auch die Bergstraße erhält eine neue Beleuchtung, Kabel und Leitungen werden ausgetauscht. Dass die Treppe nicht ganz verschwand, ist den Plauenern zu danken.

Plauen - Die alte und nun abgerissene Hradschin-Treppe hatte über 100 Jahre "auf den Stufen". Erbaut wurde sie zwischen 1907 und 1910", informiert Tiefbauamtsleiter Steffen Ullmann von der Stadtverwaltung. Ursprünglich war lediglich eine Sanierung der Treppe geplant. Aber eine Bauwerksuntersuchung offenbarte Schäden im Bereich der Fundamente, der Stützwände und der so genannten Treppenwangen. Also wurde die Treppe entfernt.

Ullmann: "Der eingesetzte Mörtel hatte keine Festigkeit mehr. Ein Begehen war nicht mehr sicher. Jetzt entsteht eine Treppen-Konstruktion aus Stahlbetonbauwerk mit Granitstufen und drei Zwischenpodesten." Die neue Treppenanlage ist Bestandteil des Stadtumbaugebietes "Schloßberg", in dessen Zug das "Quartier" aufgewertet und besser erreichbar sein wird.

Stichwort: Stadt der kurzen Wege. Tatsächlich wurde zunächst überlegt, möglicherweise auch auf die Sanierung der Treppe zu verzichten und sie ersatzlos abzureißen. Doch eine Zählung im Januar vorigen Jahres - zwischen 7 und 18 Uhr - dass während dieser jeweils elf Stunden rund 1.000 Personen täglich die Treppenanlage. Auf den Gesamttag gerechnet sind es dann rund 1.200 Personen. Damit wurde die Bedeutung als Verbindungsweg zur Innenstadt deutlich", erklärt Ullmann den "Sinneswandel" im Rathaus.

Neben dem Neubau der Treppe folgen weitere Baumaßnahmen. So wird die Bergstraße bis zur Rädelstraße ausgebaut. Die Straßenbeleuchtung und das städtische Telefonkabel werden ebenfalls erneuert. Der Zweckverband Wasser/Abwasser Vogtland (ZWAV) nutzt den Bau für einen Kanal- und Trinkwasserleitungsbau. Am Ende steht die Begrünung einer Fläche neben der Bergstraße an. Alle Erdarbeiten werden von einer Fachfirma zur Kampfmittelerkundung überwacht, da es sich um ein so genanntes Risikogebiet handelt. Die Gesamtbaumaßnahme ist mit rund 700.000 Euro veranschlagt. Zwei Drittel der förderfähigen Kosten werden durch den Bund und den Freistaat übernommen.