Plauen stimmt für Flughafen

Nach monatelangen kontroversen Diskussionen steht fest: Plauen beteiligt sich weiterhin an den Defiziten, die der Betrieb des Flughafens Hof-Plauen verursacht.

 

Die Stadt Plauen wird sich jährlich mit maximal 100 000 Euro am Defizit beteiligen, das der Betrieb des Flughafens Hof-Plauen verursacht. Diesem Kompromiss, von Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer kürzlich ins Spiel gebracht, schlossen sich die Stadträte auf ihrer Sitzung am Dienstag mehrheitlich an. Auch der eigens angereiste Hofer Landrat Bernd Hering nahm diese Entscheidung mit zufriedenem Lächeln zur Kenntnis. Der Abstimmung vorausgegangen war eine längere, teilweise emotionsgeladene Diskussion, sowie diverse Änderungsanträge, die mehrheitlich abgelehnt wurden. Dieter Rappenhöner (Grüne) hatte sich für einen Ausstieg "zum frühestmöglichen Zeitpunkt" stark gemacht, Rainer Maria Kett (SPD) eine finanzielle Beteiligung der Stadt an die Laufzeit des Vertrages mit Fluglinienbetreiber Cirrus-Airline koppeln wollen. Letztlich fand nur der CDU-Antrag für eine namentliche Abstimmung eine Mehrheit.

Frühzeitig hatte Oberdorfer vesucht, die gegensätzlichen Positionen, die quer durch die Fraktionen verliefen, mit seinem Kompromissvorschlag unter einen Hut zu brigen. Als größte Stadt im Einzugsgebiet könne Plauen seine Mitverantwortung nicht einfach an den Nagel hängen - damit sende man ein "schwieriges Signal" an die Mitgesellschafter. Gleichwohl, so Oberdorfer, "hängt das Wohl und Wehe des Flughafens nicht von unseren paar Euro ab". Dieter Rappenhöner (Grüne) wiederholte den Inhalt einer bereits im Umweltausschuss zitierten Studie, nach der sich regionale Flughäfen unter 500 000 Passagieren jährlich nicht rechnen und lediglich "Prestigeobjekte von Regionalfürsten" seien. Die bei einem Ausstieg frei werdenden Mittel sollten in die Fußwegsanierung investiert werden, regte er an.

 

Großen Schaden für das Ansehen Plauens und die Städtepartnerschaft mit Hof prognostizierte CDU-Fraktions-Chef Hansjoachim Weiß, wenn man sich aus der Beteiligung finanziell "davonschleiche". Weiß ging auf die aus dem Flughafen resultierenden Vorteile für die Infrastruktur und den Imagegewinn ein. Claudia Hänsel (Linke) lehnte namens ihrer Fraktion eine weitere Beteiligung ab, weil sich an der Unwirtschaftlichkeit des Flughafens nichts geändert habe. Von der ursprünglichen Position zumindest der Mehrheit der SPD-Fraktion rückte Rainer Maria Kett in seinem Statement ab. Die SPD bekenne sich zum Flughafen, forderte aber ein Ende der Doppelzahlung, die Plauen als Kommune und in Form der Kreisumlage leiste. Kett räumte ein, dass die Fraktion in dieser Frage gespalten sei, was der Redebeitrag von Juliane Pfeil unterstrich.

 

Sven Gerbeth (FDP) reihte sich in die Befürworter des Flughafens ein, und nach verbalen Säbealattacken Rappenhöners via Klett und Weiß einigten sich die Stadträte auf den Kompromiss des OB, der die Streithähne zum Versöhnungsbier nach der nächsten Stadtratssitzung verpflichtete.