Plauen: Stimmgewaltiges aus Hollywood

Nie wieder wird man Tom Beck alias Hauptkommissar Ben Jäger bei "Alarm für Cobra 11" sehen. Dafür hat er nun die kugelsichere Weste gegen Anzug und Lackschuhe getauscht. Als Sänger war er am Samstag bei "Sounds of Hollywood" im Plauener Parktheater zu erleben - mit der Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach, Solistin Jasmin Graf, dem Trio VocA Bella und den Chören des Lessing- Gymnasiums.

"Ich wach? nachts manchmal noch auf und seh mich am Helikopter hängen, am Abgrund stehen und frag mich: Wie hast du die Stunts nur damals hingekriegt?" verrät der 39-jährige Schauspieler und Musiker dem Publikum eines dicht besetzten Parktheaters. Das hängt förmlich an den Lippen des Actionheldens, der sich nun von einer ganz anderen, sanften Seite zeigt.

Mit "So wie es ist" hat der gebürtige Nürnberger, der sich ebenso als Musiker wie Schauspieler versteht, sein erstes deutschsprachiges Album herausge- bracht - und bastelt bereits am nächsten, während er zeitgleich für einen Kinderfilm und die Serie "Einstein" dreht.

Gefühlvoll geht es zu in seinem Song "Ich will doch nur, dass du alles bist", eindrucksvoll symphonisch arrangiert mit dem Klangkörper aus dem Vogtland. Und da es ja nun in zweieinhalb Stunden um auch als Darsteller neben Matthias Schweighöfer in "Der Schlussmacher" zu sehen. So flimmerte eine Szene nach der anderen aus großen Hollywood-Streifen über die Leinwand, eng verbunden mit der dazugehörigen Filmmusik oder Titeln, die ob ihrer Popularität längst losgelöst vom Film eine eigene Erfolgsgeschichte schrieben.

Da wäre Adeles "Skyfall" aus dem gleichnamigem James-Bond-Film - ein Song, den Jasmin Graf angesichts ihrer vollen Soulstimme besonders authentisch darzubieten vermag. "Ein großartiges Buch, ein großartiger Song - aber der Film ein Flop", so moderiert Generalmusikdirektor Stefan Fraas "Love me like you do" aus "Fifty Shades of Grey" an.

Seit zehn Jahren laufen der Mix stimmt: Da werden Kinder mit der Biene Maja und Tarzan (Dir gehört mein Herz) ebenso bedacht, wie junge Starwars-Fans, Actionkino-Besucher (Mission Impossibile - Rogue Nation) wie Anhänger von Disneyproduktionen und Animationsfilmen (Shrek - Hallelujah; Pocahontas - Colours of the Wind) oder Freunde der deutschen Komödie. So hatte auch der supercoole Lehrer, Herr Müller, aus Fack Ju Göhte 2 (Titelsong: Call me Maybe) auf der Leinwand seinen Auftritt - ein Film, der erst im vorigen Jahr Kinopremiere hatte.

Der aktuellste Streifen wetteiferte in Sachen Applaus mit dem ältesten von 1955. Einem unvergesslichen Heinz Rühmann als "La-Le-Lu"-singendem Clown. Solisten, Backgroundsänger, Orchester und mit den beiden Chören des Plauener Lessing-Gymnasiums konnte das Programm von der Anzahl der Mitwirkenden her es in etwa mit der einer Filmproduktion aufnehmen.

Opulent inszeniert und stimmgewaltig wurde dank der jungen Chorsänger so manches Stück - wie Leonard Cohens Hallelujah, Alice im Wunderland und "Vois sur ton chemin" aus "Die Kinder des Monsieur Mathieu" - einem Film, in Filmmusiken ging, war der Mann, den die meisten aus "Cobra 11" kennen, auf der großen Kinoleinwand die "Sounds of Hollywood" erfolgreich in der Region, nicht zuletzt deshalb, weil dem es um Liebe, Freundschaft, Leidenschaft und Musik geht.