Plauen steht ab 2011 vor finanzieller Krise

Die finanzielle Situation der Stadt Plauen könnte sich in den nächsten Jahren erstmals seit der Wende dramatisch verschlechtern. Die Stadt steht wie zahlreiche andere Kommunen vor einer finanziellen Krise.

 "Die guten Jahre sind vorbei", sagte Stadtkämmerin Ute Göbel beim vorstellen des Haushaltplanes für das Jahr 2010. Bereits in diesem Jahr muss die Stadt Einbrüche bei den Steuereinnahmen von rund 6 Millionen Euro verkraften. Bisher sind laut Göbel 11,2 Millionen eingenommen worden. Im Jahr 2008 waren es noch 25,4 Millionen Euro. Hier macht sich die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise deutlich spürbar.  

 

Der geplante Verwaltungshaushalt für 2010 weist ein Defizit von 6,5 Millionen Euro auf. Die Mehrausgaben sollen aus den Rücklagen der Stadt, die in besseren Jahren angespart wurden, ausgeglichen werden. Das Volumen des Verwaltungshaushaltes beträgt 87 Millionen Euro. Der Vermögenshaushalt hat im kommenden Jahr ein Volumen von 47,4 Millionen Euro.

 Die Defizit im Haushalt werden in den Jahren 2011 und 2012 auf rund 10 Millionen Euro steigen, schätzt die Stadtkämmerin ein. Die auf die Stadt zukommenden Fehlbeträge beim Verwaltungs- und Vermögenshaushalt können ab 2010 nicht mehr aus der eigenen Tasche aufgebracht werden. Die finanziellen Mittel aus der Rücklage sind dann aufgebraucht, heißt es. Die Entwicklung ist "katastrophal", sagte Ute Göbel.

 Ein weiteres Problem kommt auf die Spitzenstadt zu. Die Erfüllung des Konjunkturpaketes II ist fraglich. Da die Zuzahlungen der Stadt zu den geplanten Projekten von schätzungsweise 7 Millionen Euro in den Jahren 2011 und 2012 aus heutiger Sicht nicht gedeckt sind, ist die Umsetzung der Vorhaben akut gefährdet. Auch Sondertilgungen an den Vogtlandkreis stehen aus heutiger Sicht in Frage.

 Den Rücklagen der Stadt ist es zu verdanken, dass der Haushalt für das Jahr 2010 nochmals ausgeglichen ist und keine Einschnitte am bestehenden Leistungsangebot zu befürchten sind. Auch alle geplanten städtischen Bauvorhaben können durchgeführt werden.  Der Haushalt, der am 10. Dezember beschlossen werden soll, sieht auch vor, keine neuen Schulden aufzunehmen. Der aktuelle Schuldenstand beträgt 62,5 Millionen Euro, das sind 949 Euro je Einwohner. mar