Plauen: Statt Ökostrom teure Luftnummer

Ökostrom ist das Zauberwort unserer Zeit. Fördermittel fließen für die Erzeugung von Strom aus regenerativen Energieträgern. Und an dem Gelderwerb wollte auch der Plauener Matthias K. teilhaben, der in der Meßbacher Straße im Jahre 2006 seine RegEnergie GmbH gründete. Seitdem betrieb er dort ein Blockheizwerk. Der Stromversorger EnviaM musste auf Grund des Erneuerbaren-Energie-Gesetzes (EEG) den mit Hilfe von Schiffsdieselmotoren ursprünglich aus Raps- und Palmöl erzeugten Strom abnehmen.

Doch wegen steigender Kosten wurde dann billiges Cashew-Öl eingekauft, mit der Folge oft still stehender Motoren. Weil K. aber weiter Geld verdienen wollte, verkaufte er ab 2008 mittels manipulierten Zählern Strom, den es gar nicht gab, an die EnviaM. Dann flog der Betrug auf.

Vor dem Chemnitzer Landgericht musste sich der Geschäftsführer wegen Insolvenzverschleppung, zweifachen Betrugs und Subventionsbetrug in drei Fällen verantworten, wie Ingrid Burghart, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Chemnitz auf Nachfrage sagte. "Für die RegEnergie hatte er im September 2009 Insolvenz angemeldet. Ein halbes Jahr zu spät, denn bereits seit April 2009 war seine Firma zahlungsunfähig", schildert Frau Burghart. Obwohl schon pleite habe er einer Unternehmensberatung einen Auftrag erteilt, die schließlich für ihre erbrachten Leistungen nicht bezahlt wurde.

Richtig aufs Kreuz gelegt hat K. aber die EnviaM. "Er hat dort die Erzeugung elektrischer Energie abgerechnet, wissentlich, dass es gar keine Einspeisung durch sein Unternehmen im Stromnetz gab. Durch diese fingierte Abrechnung entstand dem Stromversorger ein Schaden von rund einer halben Million Euro", sagte die Staatsanwältin. So hoch sei auch der Schaden für unberechtigte Inanspruchnahme von Fördermitteln gewesen: "K. hat bei verschiedenen Subventionsgebern projektbezogene Zuschläge angefordert und eine Förderung von rund einer halben Million Euro kassiert, ohne Anspruch darauf zu haben. Beispielsweise gab er vor, einen Heizkessel zu entwickeln für die Nutzung des billigen Cashew-Öls in dem Blockheizwerk. Das passierte aber nicht."

Matthias K. wurde laut Frau Burghart zu einem Jahr und acht Monate auf Bewährung verurteilt. Zugleich erhielt er eine Geldstrafe über 400 Tagessätze, insgesamt 4000 Euro. "Die Firma gibt es nicht mehr. Der Mann lebt im Moment von den Einkünften seiner Lebensgefährtin", sagte sie.