Plauen: Preiswerte Kultur für Rentner

Die Bündnisgrünen möchten Altersrentnern ermäßigten Zugang zu städtischen Kultureinrichtungen ermöglichen.

Plauen - Er klingt etwas sperrig, aber das haben wohl die meisten Anträge so an sich. Auf den Punkt gebracht geht es den Bündnisgrünen darum, dass Altersrentner von der Stadt unterhaltene Kultureinrichtungen zu ermäßigten Preisen besuchen können. Diesen Vorschlag begründete Dietrich Kelterer den Mitgliedern des Kulturausschusses erneut, nachdem einige Nachbesserungen erforderlich waren. Mit dem Antrag wolle man den in den 90er Jahre begangenen Fehler beheben als man glaubte, die Rentner seien die Gewinner der Wende. Kelterer bezog sich zudem auf eine jüngste Statistik, nach der jede zweite Rente geringer als 700 Euro ausfalle. Man könne mit derlei Angeboten wie reduzierten Eintrittsgeldern zwar nicht die Altersarmut verhindern, aber wenigstens ein Zeichen setzen.

Seitens der Verwaltung wurde festgestellt, dass es über 17 200 Plauener über 65 Jahre gebe, von denen durchaus nicht alle als bedürftig gelten könnten. Ergo sei eine entsprechende Bedürftigkeit nachzuweisen. Bürgermeister Uwe Täschner fügte an, dass der Grünen-Antrag sowieso nur drei in städtischer Regie befindliche Einrichtungen betreffe: das Vogtlandmuseum, die Bibliothek und das Vogtlandkonservatorium. Letzteres werde zudem von Senioren kaum frequentiert.

"Bauchschmerzen" äußerte auch Stadtrat Benjamin Zabel (SPD). Man könne keine Änderungssatzung beschließen ohne zu benennen, wo und in welcher Höhe eine Preisminderung greifen soll. Außerdem sei keine - wie erforderlich - Deckungsquelle für die entstehenden Kosten genannt, weshalb der Antrag in den Finanzausschuss gehöre. Zabel: "Man kann nicht im laufenden Jahr Anträge einbringen, die eigentlich im Zuge der Haushalts-Diskussion behandelt werden müssen." Kulturdirektor Friedrich Reichel äußerte ebenfalls indirekt Einwände. Die Rede sei von lediglich drei Einrichtungen. Sowohl Bibliotheksausweis wie Museumsticket seien bereits jetzt äußerst günstig und von jedermann finanzierbar.

Preisreduzierungen in anderen Kultureinrichtungen wie beispielsweise dem Theater liegen sowieso in deren Ermessen - und auch da sei man hinsichtlich der Preise bereits am unteren Ende angelangt. Kelterer verwies darauf, dass Ermäßigungen für Rentner - und der Antrag ziele ausschließlich auf Altersrentner - in anderen Kommunen gang und gäbe seien und auch eher als Zeichen zu verstehen, denn als finanzielle Entlastung in großem Umfang. Die Ermäßigungen sollten sich an denen des Plauen-Passes orientieren, der von den Bürgern allerdings kaum angenommen wird - vermutlich aus Scheu, sich finanziell "outen" zu müssen. Das Abstimmungsergebnis war gespalten - die meisten Stadträte enthielten sich der Stimme.