Plauen-Preißelpöhl: Grüner Stadtteil wuchert

Zum Stadtteilrundgang durch das Preißelpöhl hatte die Plauener Stadtspitze Mittwochvormittag eingeladen. Ein gutes Dutzend Bürger und etwa die doppelte Anzahl städtischer Bediensteter sowie Polizei und andere Behörden marschierten tapfer mit durch einen der grünsten Stadtteile Plauen.

Plauen - Die 25 im Vorfeld durch Bürger gemeldeten Punkte hatten einige Schwerpunkte. Gleich zu Beginn mokierte sich Karl-Heinz Konopatzki über die Zustände der Gehwege entlang des Lessing-Gymnasiums: "Nach einer Woche Schule ist hier alles wieder vollgemüllt. Unsere künftige Elite", spottete der Senior, "hat vermutlich noch nichts davon gehört, dass man Abfälle auch mal in einen Papierkorb schmeißen kann."

Und dafür erntete er Zustimmung. Der Hausmeister könne die Beräumung von Müll vornehmen, so eine ältere Dame. Dieser nahm GAV-Chef Peter vom Hagen den Wind aus den Segeln: "Das muss der Hausmeister nicht, er muss uns nur Bescheid geben - die Fußwege sind vom Eigentümer zu reinigen, an einer Schule somit durch die Stadt Plauen", verdeutlichte vom Hagen.

Weiter ging es mit einem "Grün-Problem". Der große Vorzug des Stadtteils ist ohne Zweifel die Menge an Grün - das ist pure Lebensqualität. Aber diese muss gepflegt werden. Gerade in der Vegetationsphase ist ein Rückschnitt von Sträuchern und Bäumen sowie regelmäßiges Mähen der Grünflächen notwendig. An der Chamissostraße/Ecke Reißiger Straße sei das beispielsweise zweimal jährlich der Fall, erläuterte Ulf Merkel aus der Stadtgrün-Abteilung des Rathauses.

Hier wurde auch ein strukturelles Problem deutlich, während das Grün entlang der Straßen von ihm "bearbeitet" wird, ist die Abteilung von Bernd Bandlow, die ISP, für die Pflege von Wegen in Parks und Waldstücken zuständig. Die beiden Herren hatten eine Menge an Aufgaben aus diesem Bereich mitzunehmen.

Zudem gab es an der Straße am Preißelpöhl zwei Probleme zu klären, einmal war eine Einfahrt häufig durch Gartensparten-Nutzer zugeparkt, zum zweiten machte Monika Bulla auf ein Problem bei der Zufahrt ihres Grundstückes aufmerksam. Wenn hier der Entsorger oder ein Gaslieferant kommt, wird es eng. Die Zufahrtsstraße ist ziemlich zugewachsen und ausgefahren.

Hier erteilte der Oberbürgermeister den Auftrag ans Fachgebiet Tiefbau, eine Lösung vorzuschlagen. Ein weiterer Kritikpunkt war der Zustand der Schumannstraße, die mit Kopfsteinpflaster versehen und teilweise nicht gerade schick geflickt wurde. Immer wieder stieß der Rundgang auch auf baufällige Gebäude, die dem Stadtgebiet optisch abträglich sind. Bezüglich der "Ruine" an der Klopstockstraße wusste Kerstin Wolf, Fachgebietsleiterin im Baubereich, Erfreuliches zu berichten. Dieses marode Gebäude konnte die Stadt Plauen erwerben und bekommt nun Fördermittel, um es abreißen zu lassen.

Noch nicht ganz so weit ist man bei einigen in Privatbesitz befindlichen Gebäuden. Hier versuche man den gleichen Weg - ins Eigentum kommen, dann abreißen und das Grundstück weiter verkaufen. Aber gut Ding will diesbezüglich Weile haben. Zu Irritationen hatte ein etwas skurriler Nachbarschaftsstreit gesorgt.

Am Stillen Grund wurde über Jahre durch die Eigenheimbesitzer ein Weg genutzt, der über das Grundstück einer Wohnanlage führte. Dieser wurde durch den Bau eines Zaunes nun gekappt. Die Eigenheimbesitzer erregten sich über den Zustand und erbaten Hilfe von der Stadtspitze.

Sogar Unterschriften wurden gesammelt, um den alten "Schleichweg" wieder zurück zu holen. Das allerdings scheint kompliziert zu sein. Die Stadt habe keine Handhabe, bekräftigte Kerstin Wolf, es handle sich eben um ein Privatgrundstück und da entscheide nun mal jeder Eigentümer, wer drüber laufen dürfe und wer nicht. Befriedigend für die Bewohner war das zwar nicht, aber zumindest herrschte am Ende Klarheit.

Eine schöne Nachricht gab es am lange Jahre leer stehenden Grundstück neben dem Goetheplatz (ehemalige Bananenreiferei). Hier - so informierte man am Rande des Rundganges - gäbe es einen ernsthaften Interessenten, der hier bauen wolle.

Am 28. November wird es im Lessing- Gymnasium das dem Rundgang angeschlossene Einwohnerforum geben. Dann sind hoffentlich viele der angesprochenen 25 Kritikpunkte längst ein Teil der Vergangenheit, hofft Oberbürgermeister Oberdorfer.