Plauen: Pfeffer-Sprayer schweigt sich aus

Nach drei Verhandlungstagen und einer umfassenden Beweisaufnahme wurde am Amtsgericht Plauen das Urteil gegen den mutmaßlichen Pfeffer-Sprayer vom Rathaus-Lichthof gesprochen.

Das Jugendschöffengericht unter Vorsitz von Richter Wilhelm Gerhards sah es als erwiesen an, dass der in Plauen wohnhafte Serbe Ivica (19, Name geändert) am späten Abend des 14. Mai 2011 während einer Musikveranstaltung im Rahmen des Stadtfestes "Plauener Frühling" im Lichthof Pfefferspray versprüht hatte. Es verhängte eine Jugendstrafe von zwei Jahren und vier Monaten.

Mehr als 20 Personen wurden seinerzeit verletzt. Viele mussten ambulant durch Rettungskräfte vor Ort, einige auch im Klinikum behandelt werden. Unter den Betroffenen waren selbst 14, 15 und 16 Jahre junge Mädchen und Jungen, die kurz vor Mitternacht noch an der Party unter freiem Himmel teilnahmen.

Der Nachweis der Täterschaft Ivicas gestaltete sich recht schwierig. Der Angeklagte selbst machte keinerlei Angaben zur Sache. Zwei Zeugen hatten den an diesem Abend eingesetzten Sicherheitsdienst auf den vermeintlichen Täter hingewiesen. Die Security-Leute nahmen Ivica daraufhin fest und stellten auch ein Pfefferspray bei ihm sicher. Einer erinnerte sich im Verhandlungssaal an die Reaktion des Angeklagten unmittelbar nach der Tat: "Er sagte, dass es Mist war und dass es ihm leid tut." Der an jenem Abend tätige Lichttechniker war vor Ort von Ivicas Täterschaft überzeugt. Im Gerichtssaal wollte er sich jedoch nicht mehr zweifelsfrei festlegen.

In seinem Urteil blieb das Gericht geringfügig unter dem von der Staatsanwaltschaft beantragten Stafmaß. Vorsitzender Gerhards wies in seiner Begründung auf die Gefahr einer Massen-Panik hin, die in jener Nacht durchaus bestanden hatte.

Es sei kein Verdienst des Beschuldigten, dass nicht noch mehr Menschen zu Schaden kamen. Ivicas Verteidiger, der Plauener Rechtswalt Gerald Schina, hatte dagegen auf Freispruch plädiert. An der Schuld seines Mandanten bestünden erhebliche Zweifel, führte er zur Begründung aus. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.