Plauen: Petrus trübt "Koste die Welt"-Brunch

Das war ja wirklich echt schade. Der Sommermonat Juli hatte am Sonntag einen total verregneten Auftakt. Leidtragende waren in Plauen vor allem die sieben Hoteliers und ihre Mitarbeiter, die auf dem Theaterplatz zum dritten "Koste die Welt"-Brunch eingeladen hatten.

"Wir haben rund 500 Besucher begrüßen können, die diesem Mistwetter getrotzt haben und sich von Petrus das Schlemmen nicht vergällen lassen wollten", sagte Best Western-Hoteldirektorin Christina Zetsche. Am Stand des Hotels konnten die Gäste mexikanische Spezialitäten probieren. So gab es als kulinarischen Glanzpunkt eine Hühnerbrust in Schoko-Chili-Sauce.

"Es ist einfach nur unendlich traurig, dass sich alle solche Mühe gegeben haben, und am Ende verhindert das Wetter einen schönen Erfolg", ärgerte sich auch Alexandra Glied, die Chefin des Hotels Alexandra in der Bahnhofstraße, das Amerika auf den Theaterplatz zauberte. Mit Spareribs und allerlei Kulinarischem rund um das Land der angeblich unbegrenzten Möglichkeiten konnte sie ihre Gäste ganz sicher überzeugen.

Orientalisch kamen nicht nur Ludwig Valtin und seine Mitarbeiter daher. Auch die von ihnen angebotenen Speisen entstammten Rezeptbüchern Nordafrikas und der arabischen Halbinsel - unter anderem wurde ein leckeres Couscous kredenzt. Frank Wand vom Theatercafé, der drei seiner Räume für die durchnässten Brunch-Besucher geöffnet hatte, nahm die Wetterunbilden mit Humor: "Jetzt ist zumindest mein Café gut besucht", lachte er in einem Anflug von Galgenhumor. Seine Mannen hatten italienische Kreationen aufgefahren, wobei hier vor allem das leckere Panna Cotta ein Sonderlob einheimsen konnte.

Am Stand des Parkhotels wurde französische Küche geboten. Trotz guten Zulaufes ärgerte sich auch Parkhotel-Chef Udo Gnüchtel über das miese Wetter. Sein Kollege Fabian Fernekess vom Dormero Hotel öffnete kurzerhand seine Backstage-Bar und den Konferenzraum für Besucher, so dass diese einigermaßen trocken die spanischen Leckereien seines Hauses kosten konnten.

Andreas Bretschneider vom "Ambiente"-Hotel hatte auf Österreich gesetzt und dabei voll den Nerv der Gäste getroffen. Insbesondere die süßen Speisen vom Palatschinken bis zum Kaiserschmarrn, hellten die Mienen der vom Regen frustrierten "Bruncher" zumindest ein wenig auf. Eine Gruppe von Besuchern brachte kurzerhand einen eigenen Pavillon mit ins Festgebiet und stellten diesen über die bereit stehenden Bierzeltgarnituren.

Die gebotene kulinarische Vielfalt überzeugte die meisten Besucher. Die Plauener Stadträtin Kerstin Knabe meinte: "Ich koche eigentlich jeden Sonntag selber und heute koste ich mich mal durch diese ganzen leckeren Angebote hier. Es ist wirklich jammerschade, dass es so sehr regnet - aber es schmeckt!" "Wir hatten uns unsere Eintrittsbändchen vorab gekauft, sonst wären wir heute sicher nicht hergekommen", meinte Helga Reiher aus Reichenbach, die mit ihrem Ehemann das Beste aus dem regnerischen Mittag machten.

Eine leise Kritik hatte sie für die Hoteliers dennoch bereit. Sie hätte sich ein paar mehr große Schirme auf dem Theaterplatz gewünscht: "Das hätte man sicher ein wenig besser lösen können. So haben sich alle unter den wenigen Bäumen und Schirmen gedrängt. Vielleicht könnte man zu einer Neuauflage dieser wirklich schönen Veranstaltung mit ein paar mehr Schirmen etwas flexibler sein." Jakob Schubert aus Plauen fand hingegen die Preisgestaltung zu abgehoben. "Der Aufwand der Hoteliers ist sicher groß, aber man hätte vielleicht doch ein Getränk für jeden Gast in den Preis von 19 Euro integrieren können", meinte der junge Mann.