Plauen: Mutter von toter Jenny kommt in Psychiatrie

Die neunjährige Jenny wurde vermutlich von ihrer Mutter mit einer Schere erstochen und einem Bademantelgürtel gewürgt. Zum Tatvorwurf schwieg am Mittwoch die 49-jährige Steffi K. vor dem Haftrichter.

Plauen - Im Krankenwagen wird Steffi K. am Mittwoch Vormittag gebracht. Auf der Trage liegend und fixiert, begleitet von Sanitätern, wird die Plauenerin zum Haftrichter hineingetragen. Dort verliest der Richter den Unterbringungsbefehl in die Psychiatrie nach Altscherbitz bei Leipzig. Wenig später macht sich der Krankentransport mit der mutmaßlichen Täterin in Richtung Klinik auf.

Seit 2010 leide die Frau an einer psychischen Störung, weswegen man derzeit davon ausgehe, dass die Frau bei Begehung der Tat schuldunfähig oder erheblich vermindert schulfähig gewesen sei, so Bernd Sämann von der Staatsanwaltschaft Zwickau. Zur Zeit der Tat - Dienstagmorgen kurz vor 8 Uhr - müsse die Mutter unter erheblichen Wahrnehmungsstörungen gestanden und die Tat als solche nicht realisiert haben. Nahe des in der eigenen Blutlache liegenden Mädchens hatte die Spurensicherung eine Bastelschere gefunden sowie einen Bademantel-Gürtel - die beiden Tatwerkzeuge.

Nach der Obduktion der Leiche könnten als Todesursache sowohl die Stichverletzungen als auch Strangulation infrage kommen, so Sämann. Die genaue Todesursache lasse sich noch nicht bestimmen. Sicher ist, dass Kopf, Hals und Oberkörper zahlreiche Einstiche aufweisen - Sämann spricht von 30 bis 70 Einstichen. Bei den Ermittlungen sei nicht das Tatmotiv, sondern das Krankheitsbild der Mutter zentrales Thema.

Man werde auch prüfen, ob das Jugendamt sorgfältig genug im Sinne des Kindeswohles gehandelt habe. Jugendamtsleiter Dr. Berthold Geier versichert, dass die behandelnde psychiatrische Klinik keine Hinweise auf Kindeswohl-Gefährdung gab. "Uns wurde eine erziehungsfähige Mutter attestiert." va