Plauen: Marinekameraden würdigen Akt der Menschlichkeit

Plauen - Der Verein International Submarine Connection U 156 Plauen hat am Freitag in der Pauluskirche eine Gedenkstunde zum 70. Todestag des Korvettenkapitäns Werner Hartenstein veranstaltet. Das ereignisreiche und tragische Leben des Plaueners Werner Hartenstein, er ist 1908 geboren worden, wurde von den Rednern gewürdigt.

In der Pauluskirche war Hartenstein getauft und konfirmiert worden und ein langjähriges Gemeindemitglied. "Auch in der Finsternis gibt es Licht", formulierte Matthias Pilz, der Vorsitzende des Kirchenvorstandes der Paulus-Kirchgemeinde, über das Wirken Hartensteins in Kriegszeiten. Er nahm Bezug auf seine Beispiel gebende humanistische Tat vor der westafrikanischen Küste am 12. September 1942.

Werner Hartenstein begann Ende der 1920er Jahre eine Laufbahn im Militärbereich und absolvierte in den 1930ern die Marineschule Flensburg, erfuhren die Besucher der Gedenkstunde. Er wurde schließlich zum Kapitänleutnant der Nazi-Marine befördert und agierte später als Kommandant verschiedener Torpedo-Boote. Am 8. März 1943 ging Hartenstein und die gesamte Besatzung des U-Bootes U 156 nach einem Bombenangriff unter.

Bis heute gilt die von Hartenstein befohlene Rettungsaktion von Schiffbrüchigen des von seinem U-Boot zuvor angegriffenen Schiffes Laconia als international geachteter Akt der Menschlichkeit in Zeiten eines von den Deutschen barbarischen Krieges. Über 1000 Menschen überlebten diese tragische Nacht. An der Gedenktafel für Hartenstein in der Pauluskirche wurde nach der Feier ein Kranz niedergelegt.

Am Rande der Gedenkstunde verteilte der Plauener Historiker Gert Naumann ein kurze Zusammenfassung seiner aktuellen Arbeit über den Untergang der U 156. Der Titel des Buches lautet "Mission Fox - Das Ende von U156", in welchem Naumann neu gewonnene Erkenntnisse und bislang unbekannte Fotos und Daten verarbeitet. va