Plauen: Künstlerverband und Theater schließen Ehe

"Das Theater ist für uns ein idealer Partner und wichtig für Synergieeffekte", sagt Erik Seidel, Vorsitzender des Verbandes Bildender Künstler des Vogtlands. Am Mittwoch informierte er gemeinsam mit der Presse-Chefin des Theaters Plauen-Zwickau, Carolin Eschenbrenner, über einen Kooperationsvertrag.

Dessen wichtigster Inhalt: Der Künstlerverband wird mit regelmäßigen Ausstellungen im Theater das kulturelle Leben der Region bereichern, auf neue und junge Künstler aufmerksam machen. In der ersten von Seidel avisierten Ausstellung wird die Meißener Künstlerin Franziska Kunath ein Podium finden. Die Vernissage für die Werke der 1964 geborenen Malerin findet am kommenden Montag, 18 Uhr, statt. Bis 27. November können die Arbeiten dann an den Wandelgängen im 1. Rang des Theaters besichtigt werden.

Weshalb man sich zum Auftakt für eine Nicht-Vogtländerin entschied? "Wir möchten diese Regionaldümpelei vermeiden", sagt Seidel. Und außerdem sei es doch sowohl für die Betrachter wie für die Künstler selbst langweilig, immer wieder die gleichen Handschriften zu reflektieren. "Wenn das Theater einen Neuanfang wagt, dann sollten wir das als Künstlerverband auch wagen." Ausdrücklich offen auch für andere Kunst-Genres zeigt sich Seidel. "Es kann auch mal Plastik, Schmuck oder Keramik sein." Zudem gibt es Überlegungen, auch das Vogtlandkonservatorium in die Ausstellungstätigkeit einzubeziehen, "um Fläche zu gewinnen".

 

Ein Vorschlag von Kulturbetriebsdirektor Friedrich Reichelt, den Seidel und Eschenbrenner gern aufnehmen. Schließlich besteht bereits ein Kooperationsvertrag mit dem Konservatorium bezüglich der musikalischen Umrahmung der Ausstellungseröffnungen. Nach der Präsentation der Arbeiten von Franziska Kunath findet die jährliche Weihnachtsausstellung des Plauener Lessing-Gymnasiums statt - die Montessori-Schule gönnt sich in diesem Jahr eine "schöpferische Pause".

Im neuen Jahr sind dann Personalausstellungen junger wie auch etablierter Künstler aus dem gesamten mitteldeutschen Raum vorgesehen. Für jeweils sechs bis sieben Wochen, eingebettet in die aktuelle Spielzeit, werden sich so etwa sieben Künstler präsentieren können. Für den Mai kündigt Seidel eine ausgeschriebene Themenausstellung zum aktuellen Theatermotto "anders leben" an. Projektbezogene Ausstellungen wie beispielsweise die Ergebnisse des 2. Vogtländischen Grafiksymposiums kündigt Seidel ebenso an wie die Präsentation einer limitierten Grafikmappe zu Ehren von Robert Schumann, dessen Geburtstag sich 2010 zum 200. Male jährt.

Abgerundet werden soll die Ausstellungstätigkeit mit Bühnenbildentwürfen verschiedener Theater und Kunsthochschulen. Im natürlich weiterhin für Kunstpräsentationen genutzten Gebäude in der Plauener Bärenstraße 4, das der Verband seit Pfingsten dieses Jahr nutzt, wird am 6. November eine Ausstellung zu Ehren des 85. Geburtstages von Lothar Rentsch eröffnet. tp