Plauen: Künstler wünschen gute Malzeit

Das "Art Collectiv Plauen" (ARP) hat am Wochenende in ihren Räumen in der Friedensstraße 77 eine besondere, sehr gut besuchte Party gefeiert. Die junge Truppe hat ihr erstes Kunst-Koch-Buch veröffentlicht.

Plauen - Welche Freude, Interessiertheit, Lässigkeit herrschte da Samstagabend bis in die Puppen in den großzügigen, luftigen Räumen vom ARP - die Treppenstufen vom Hauseingang säumten Kerzen, die Gänge und Zimmerwände hingen voller Kunst, Malereien, Skizzen, Collagen, auf einem Tisch standen tönerne Köpfe eines Kunstkurses. Alles bestaunten junge und ältere Gäste. An einer langen Tafel wurden Sandwichs verschnabuliert, die zuvor am Sandwichstand kreiert wurden, an der Bar herrschte eine unentwegt entspannte Partyatmosphäre. Alles für ein Kunstwerk. Das Kochbuch "Malzeit".

Es ist ein kleines, feines, kunterbuntes, inhaltsreiches Büchlein, welches die derzeit weit über 50 Mitstreiter und Mitstreiterinnen des "Collectivs" binnen eines Jahres schufen, in denen schließlich 30 junge Künstler und Künstlerinnen ihre Lieblingsrezepte mit Illustration verewigten. Das Werk ist so zum einen ein Zeugnis des Schaffens, des Ideenreichtums und der Lust sich auszuprobieren (Kunst und Kochen passen zudem ja gut zusammen), zum anderen erschließt sich die von Holzgestalterin Anja Werner gegründete und fürsorglich und kraftvoll geführte Gruppe eine Einnahmequelle für die Interessengemeinschaft sowie öffentliches Interesse.

Lisa Badock aus Plauen wirkte ebenfalls an dem Büchlein mit. Die 20-Jährige steuerte der "Malzeit" ihr liebstes Rezept, das des Hawaianischen Kokospuddings bei. Schön anzusehen ist ihr buntes Drum und Dran, gut zu lesen ihr sorgfältig notiertes Erläutern der Zubereitung einer leckeren Süßspeise für allerlei Gelegenheit. "Wir haben eine erste Auflage von 250 Exemplaren drucken lassen. Mal sehen, wenn die Bücher raus sind, werden wir sicher eine zweite Auflage folgen lassen", sagte die junge Frau und verkaufte schon wieder zwei "Malzeiten" an Gäste der "Release-Party", während im Hintergrund ein junger Bursche an einem alten, verstimmten Klavier schöne, romantische Klänge darbot. Es war eine Freude in der Friedensstraße 77 - wovon man sich mehr wünscht.