Plauen im Heim-TÜV Mittelmaß

Der Vogtland-Anzeiger hat bereits des Öfteren über die Bedingungen im Plauener Asylbewerberheim berichtet. Ein jetzt veröffentlichter "Heim-TÜV" bescheinigt der Unterkunft Mittelmaß im Sachsen-Vergleich.

Plauen - Das Asylbewerberheim des Vogtlandkreises in Plauen-Westend hat in einem sachsenweiten Vergleich unter 30 Einrichtungen Platz 14 erreicht. Sachsens Ausländerbeauftragte Martin Gillo testete in seinem "Heim-TÜV" erstmals und bundesweit einmalig die Unterbringungsbedingungen von Asylsuchenden im Freistaat.

Demnach ist nicht alles schlecht, aber auch nicht alles gut in Plauen. Elf verbesserungswürdige Punkte hat Gillo bei seiner Kontrolle in der Gemeinschaftsunterkunft beanstandet. Er regt in seinem Bericht unter anderem an, dass ein Konzept für eine bessere soziale Betreuung der Bewohner erarbeitet werden sollte. Auch die Einrichtung einer Männer-Wohngemeinschaft oder die Ausgliederung von Bewohnern mit guten Deutschkenntnissen sowie sozialem Engagement könnte überlegt werden. Außerdem sollten räumlich getrennte Wohneinheiten für Familien und Frauen als Rückzugsmöglichkeit geschaffen werden. Die Zusammenarbeit zwischen dem Vogtlandkreis und der Sächsischen Bildungsagentur könnte zudem weiter intensiviert werden, um die "besondere Bildungsberatung" zu gewährleisten, heißt es im Prüfbericht. Ebenfalls angeboten werden sollten mehr Sprachkurse durch Vereine, Initiativen oder Ehrenamtliche. Wünschenswert seien auch Vergünstigungen für Straßenbahn und Bus. Ebenfalls zu den Punkten gehören die Haustüren, die alle abschließbar sein sollten.

Als positiv im Plauener Heim bewertet Gillo in seinem TÜV die ganztägige Präsenz des Wachpersonals, dass Sozialarbeiter immer anwesend sind und Schulen, Kitas sowie Einkaufsmöglichkeiten sich in der Nähe befinden. Auch, dass Vereine regelmäßig vorbeischauen und es eine Hausaufgabenbetreuung in einem der Gemeinschaftsräume gibt, findet der Ausländerbeauftragte gut.

Plauen befindet sich in der Gesamtplatzierung im Mittelfeld mit den Heimen in Striegistal (Mittelsachsen) und Hosterwitz (Dresden). Am besten abgeschnitten hat die Unterkunft Schlosschemnitz 2 in Chemnitz. Schlusslicht ist das Asylbewerberheim in Torgau (Nordsachsen), dass geschlossen werden soll. mar