Plauen hält an Vier-Sparten-Haus fest

Alltäglich ist es nicht, dass der Geschäftsführer des Theaters Plauen-Zwickau, Volker Arnold, gemeinsam mit Plauens Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer in erster Sitzreihe Platz nimmt. Noch außergewöhnlicher ist es, wenn Oberdorfer vor dem Spielbeginn das Wort ergreift.

 

So am Samstag, als das Trauerspiel "Clavigo" auf der Kleinen Bühne Premiere hatte. Aus aktuellem Anlass, das heißt vor dem Hintergrund des Mitte nächsten Jahres auslaufenden Vertrags mit dem Zwickauer Theater und dem Auslaufen des Haustarifvertrags, wollte sich der Oberbürgermeister erklären.

"Ich werde trotz aller finanziellen Zwänge den Vorschlag machen, das Vier-Sparten-Theater fortzuführen. Allerdings knüpfe ich daran zwei Bedingungen." Zum einen möchte Oberdorfer Einfluss auf die Entwicklung der Kosten nehmen. So müssten die Kosten des Haustarifvertrags nach oben begrenzt werden. Um die Arbeitsplätze zu erhalten, könnte das Beispiel der Musiker Schule machen. "Dort teilen sich schon jetzt 80 Musiker in 60 Stellen." Zum anderen müsse unbedingt der Versuch unternommen werden, mit Zwickau, den Landkreisen und dem Freistaat überein zu kommen, "dass jeder stabil seinen Beitrag dazu gibt". Derzeit verursache das Theater pro Jahr 15,3 Millionen Euro an Kosten. Lediglich 1,5 Millionen Euro würden über Eintrittsgelder wieder eingespielt. Die Differenz tragen die öffentlichen Kassen. Auf die Stadt Plauen entfallen davon 3,5 Millionen Euro.

 

 "Das ist die größte Einzelposition des städtischen Etats im Bereich der freiwilligen Aufgaben." Oberdorfer will dieses Geld gerne weiterhin zuschießen. Allerdings: "Ich kann dafür keine ewige Garantie geben." Doch das Theater sei wohl die schönste Art, sein Steuergeld zurück zu erhalten, so der OB. Daher sollten alle Anstrengungen unternommen werden, das Theater mit allen vier Sparten zu erhalten.  mam