Plauen hält an Eisbahn-Plänen fest

Plauen - "Bereits im nächsten Jahr könnte mit den ersten Planungen für den Umbau des alten Hallenbades in eine Eissporthalle begonnen werden. Der Förderverein Haselbrunn wird dabei die entsprechenden Weichen stellen", formulierte Plauens Oberbürgermeister am Montag.

 

Nach einer Besichtigung der Schwimmhalle Hainstraße stellte die Firma Global Sports Consulting, kurz GSC, ihr Konzept für ein ökologisches Eisstadion vor. In immer mehr Städten oder Kommunen werden Eishallen geschlossen, da die Kosten einfach zu hoch seien, erklärt Geschäftsführer Rajko Wüste.

Synthetisches Eis werde schon seit 30 Jahren genutzt und wurde vor allem in den letzten Jahren extrem weiter entwickelt. Es spare im Gegensatz zu einer herkömmlichen Eisfläche 90 Prozent Energie und verbrauche weder Strom noch Wasser. Zusätzlich seien die Kosten der Erstellung sowie Wartung deutlich niedriger. Lediglich eine wöchentliche Reinigung und das Auftragen von Gleitmittel sei einzuplanen, um lange Freude daran zu haben. Zehn Jahre werden garantiert. Danach kann erneuert oder sich für eine Art Sanierung entschieden werden.

Viele Marktanalysen und Forschungen liegen der Kunststofffläche zugrunde, die von Wüste als einzigartiges, hochmolekulares und reines Spezialprodukt bezeichnet wird. Auf einer kleinen Fläche vor dem Großen Saal des Rathaus zeigte der ehemalige Eiskunstläufer, wie gut die Schlittschuhe über das wie Eis anmutende Material gleiten. Auf den wenigen Metern überraschte er die Anwesenden mit so einigen Figuren und verriet erst später, dass er Profieisläufer bei "Holiday on Ice" war.

Über die Kosten wurde gestern nur pauschal gesprochen, da bisher noch keine konkrete Größe der Fläche genannt werde konnte. Würde das Becken aufgeschüttet und eine glatte Fläche geschaffen, handle es sich um etwa 600 Quadratmeter. Denkbar wäre aber auch eine Erweiterung durch Entfernen der Mauern zu den ehemaligen Umkleidekabinen und Duschen, auf fast 1000 Quadratmeter. "Dabei würden Kosten von 150 000 bis 180 000 Euro entstehen. Mit etwa 40 000 Euro sei für die Banden zu rechnen. Eine herkömmlich geschaffene Eisfläche dieser Größe kostet weit mehr als 200 000 Euro", so Projektmanager Rajko Wüste.

 

 "Sie haben uns mit Ihrem Konzept überzeugt und eine Menge Denkanstöße geliefert. Die Kosten haben uns heute nicht negativ überrascht. Von seiten des Ministeriums wurde uns bereits eine Förderfähigkeit bestätigt", resümierte Oberdorfer nach der Präsentation. Nun müssten sich die Planer Gedanken machen, wie das Projekt umgesetzt werden können. Feste, Mottopartys, Shows, vieles sei denkbar, sogar ein Teil der schnell auf- und abbaubaren Platten könnte einen Platz auf dem jährlichen Weihnachtsmarkt finden. S. Rössel