Plauen: Gullydeckel fliegt gegen Moschee

Plauen - Erneut hat es einen Anschlag auf das islamische Zentrum in Plauen gegeben. In der Nacht zu Sonntag ist mit einem Gullydeckel die Eingangstür der Moschee an der Dobenaustraße zerstört worden.

Wer hinter der Attacke steckt, sei noch völlig unklar, teilt Polizeisprecher Jan Meinel auf Anfrage mit. Ein politisch motivierter Hintergrund schließen die Ermittler nicht aus. Von den Tätern fehle noch jede Spur. Der Gullydeckel wurde zur Beweisaufnahme sichergestellt. Die mehrere Kilogramm schwere Abdeckung holten sich die Vandalen aus einem Wassereinlauf der Dobenaustraße. Die Unbekannten gelangten nicht ins Innere des Gebetszentrums. An der Tür entstand nach ersten Schätzungen ein Sachschaden von etwa 2000 Euro. Die Polizei hofft auf mögliche Zeugen, die in der Nacht zu Sonntag eventuell etwas gesehen oder gehört haben könnten.

Nicht zum ersten Mal wurde die Moschee Ziel eines vermeintlich rechtsradikal orientierten Anschlags. Im Dezember vergangenen Jahres legten Unbekannte eine blutverschmierte Schweineschnauze und ein Schweinsohr vor dem islamischen Zentrum ab. Die Fassade wurde außerdem mit roter Farbe beschmiert. Wenige Tage später wurde ein dunkler Stern ran gesprüht. Der Staatsschutz hatte damals die Ermittlungen übernommen. Die Polizei prüft nun eventuelle Zusammenhänge zwischen den Taten. Die Moschee in Plauen gibt es seit 2009. Ende Oktober demonstrierte die NPD in Plauen vor der Moschee. Am Wochenende trafen sich Nazis in Zobes zu einem so genannten Sachsentag der NPD-Jugendorganisation. Daran sollen sich etwa 700 Personen beteiligt haben. mar