Plauen: Geriatrie zieht ins Bettenhaus

Kein Bettenabbau, dafür neue Strukturen, mehr ambulante Behandlung und der Umzug der Geriatrie: Das Helios Vogtland-Klinikum baut nicht ab, aber um.

Plauen - Ein weiteres Bettenhaus, in dem all jene Stationen, die noch in den Containerbauten der 90er Jahre untergebracht sind, umziehen können, hat das Plauener Krankenhaus schon seit gut vier Jahren auf der Wunschliste im Dresdner Ministerium.

Nur heißt es von da, weiter warten. Vor allem jetzt, da Fördermittel aus dem Landeshaushalt in den Umbau der Psychiatrie fließen, der auch schon seit sechs Jahren auf der Warteliste stand. "Also haben wir uns Gedanken gemacht, wie wir vor allem die Geriatrie, deren Gebäude schon arg in die Jahre gekommen ist, in das Bettenhaus integrieren können", sagt der Ärztliche Direktor Dr. Oliver Schilling.

Weil die Forderungen der Krankenkassen nach mehr ambulanten Behandlungen immer lauter und somit stationäre Betten frei würden, sei eine Lösung gefunden: "Wir bauen unsere Stationsstrukturen um und können so der Geriatrie in der 2. Etage des Haupthauses ab Januar 2018 ein neues zeitgemäßes Domizil bieten", freut sich Geschäftsführerin Peggy Uhlmann. Die Zahl der Betten wird sich sogar um zwei auf 56 erhöhen, was angesichts der zunehmenden Patientenzahl in diesem Fachbereich der Altersmedizin auch notwendig sei.

"Das derzeitige Gebäude, das Anfang der 1990er Jahre mit einer Nutzungsdauer von maximal 15 Jahren gebaut wurde, ist baulich nicht mehr tragbar und auch in der Ausstattung nicht zeitgemäß. Die tolle Arbeit des Personals hat diese Mängel mehr als kaschiert", sagt Dr. Schilling. Im Haupthaus seien alle Zimmer mit Sanitäranlagen ausgestattet, was derzeit nicht der Fall sei. Außerdem gebe es künftig Einzel- und Gruppentherapieräume und Angebote von Ergo-, und Physiotherapeuten, Logopäden und Sozialarbeitern.

"Es wird eine modernste, aber dennoch familiäre Einheit", so Ralph Junghans, der als Assistent der Geschäftsführung für die Umstrukturierung verantwortlich ist. Dabei werden die 620 Planbetten und 33 tagesklinischen Plätze im Krankenhaus nicht verändert. Und kein Arbeitsplatz abgebaut. "In Zukunft werden die ambulanten Operationen immer mehr zunehmen, wie zum Beispiel in der Augenklinik. Das bedeutet, wir brauchen weniger vollstationäre Betten.

Im Gegenzug wächst der Bedarf an ambulanten Kapazitäten. Deshalb wird schon jetzt ein neuer ambulanter OP gebaut, dem im nächsten Jahr ein weiterer folgen soll", sagt Dr. Schilling. "Was uns weiter unter den Nägeln brennt, ist die palliativmedizinische Abteilung und die Rettungsstelle, die aus allen Nähten platzt. Fördermittel dazu stehen auf dem Wunschzettel weiter ganz oben", schielt Frau Uhlmann nach Dresden.