Plauen geht gegen Bettler vor

Plauen - Die Diskussionen um eine neue Polizeiverordnung für Plauen haben begonnen. In der Stadt wird bereits intensiv über die geplante Neufassung debattiert. Das Regelwerk mit neun Abschnitten und 22 Paragraphen wird am 24. Juni dem Stadtrat zur Beschlussfassung vorgelegt.

 

Bis dahin soll über das Werk intensiv beraten werden, unter anderem in allen Ortschaftsräten. Die Stadtverwaltung will mit der Neufassung vor allem für mehr Ordnung und Sauberkeit im Stadtgebiet sorgen. Mit der Neufassung soll die "rechtliche Grundlage" dafür geschaffen werden, so Wolfgang Helbig, Leiter im Bereich Sicherheit und Ordnung. Künftig soll es verboten sein, mit Hilfe von Tieren in der Stadt um Geldspenden zu betteln, wie dies unter anderem immer wieder "Zirkusleute" tun.

 

Erst am Mittwoch bat auf der Bahnhofstraße Kurt Kledch im Auftrag eines Zirkus, wie er auf Anfrage sagte, mit einem Pony an seiner Seite um Spenden. Das die Stadt gegen solche Aktionen vorgehen will, findet der Bettler "schade". Bereits vor Jahren sei dies versucht worden, sagte der vermeintliche "Zirkusangehörige" in gebrochenem Deutsch. Auf einem Aufsteller sind Bilder aus einer Zirkusmanege zu sehen, um welchen Zirkus es sich handelt, ist nicht ersichtlich. Unklar auch, ob die Spenden wirklich ankommen. Eine Woche sei der Bettler noch da, dann beginne die Zirkussaison für ihn.

Stärker vorgehen möchte die Stadt mit der überarbeiteten Polizeiverordnung auch gegen öffentliche Trinkgelage, wie zum Beispiel im Lutherpark, vor Einkaufsmärkten und am Tunnel. Hier soll Paragraph neun bald Abhilfe schaffen. Dieser besagt, dass es künftig verboten ist, Alkohol öffentlich in einer Gruppe und immer wieder an den selben Orten zu trinken. Dies sei eine Behinderung anderer bei der Nutzung der Straßen, Anlagen und Einrichtungen, heißt es zur Begründung. Ob sich durch das Verbot die öffentlichen Trinkgelage nur verlagern, bleibt abzuwarten. Das Ordnungsamt und die Polizei werden bei der Kontrolle im Stadtgebiet wieder von einem privaten Sicherheitsdienst unterstützt. Im letzten Jahr hatte die Stadt damit gute Erfahrungen gemacht, so Helbig.