Plauen: Farbe für markante Fassade

Das alte Industriegebäude der ehemaligen Galvanik an der Pausaer Straße bekommt einen Farbtupfer verpasst. Aufbruchstimmung ist aber nicht zu spüren. Vielmehr geht es Eigentümer Friedbert Dörner um Schadensbegrenzung. Dem 73-Jährigen gehört die markante Immobilie.

Plauen - Mit einer Drahtbürste in der Hand putzt Friedbert Dörner auf dem Fußweg den Rost von den Fenstergittern seines Industriegebäudes. Bis zum Fall der Mauer veredelte hier die Galvanik Oberflächen. Seit wann dem 73-Jährigen die imposante Immobilie genau gehört, kann er nicht mehr sagen. Freundlich und mit einer gewissen Altersgelassenheit meint er aber, dass er sich mit dem Schicksal des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes abgefunden habe. "Dass ich hier mal noch jemand rein bekomme, glaube ich nicht."

Momentan sind die Maler an der Fassade zugange. Ein Teil der Hausfront bekommt einen neuen Anstrich. Wie früher werde das Haus wieder aussehen. Aber eben nur etwa die Hälfte der Seite. Denn eigentlich geht es dem Eigentümer nur um Schadensbegrenzung. Grund für die Arbeiten ist ein Schaden am Dach. So bekommt lediglich die erste Etage einen neuen Anstrich und der Teil wo das Gerüst steht. Der Rest bleibt unberührt. Das markante Eckgebäude mit seiner Uhr über dem Eingangsbereich, die seit Jahren auf um sechs steht, wartet auf eine Nutzung. Die Aussichten sind jedoch düster. Altlasten aus der Galvanik-Zeit habe Friedbert Dörner bereits beseitigen lassen. Der tüchtige 73-Jährige wollte auch schon einmal selbst eine Wäscherei in dem Gebäude aufbauen. Aus unterschiedlichen Gründen scheiterte das Vorhaben allerdings.

Glücklicherweise haben sich aber drei Interessenten gefunden, die das Haus nutzen. Dazu gehört die Telekom, die auf dem Dach der Immobilie einen Sendemast betreibt. Die Fläche der Giebelseite fand Gefallen bei Unternehmen, die Werbeplakate und Banner angebracht haben. Die Einnahmen decken gerade die Unterhaltungskosten des Gebäudes, sagt Dörner. Seit Jahren schwärmt der aus Mainz kommende Immobilienbesitzer von einer Vinothek in Plauen. Das Dachgeschoss des Gebäudes wäre dafür mit seinen frei hängenden Holzbalken ideal geeignet, findet der Wahl-Plauener.

Vor sechs Jahren zog er mit seiner Frau von Mainz nach Plauen. Geschäftskontakte hatte er schon seit der Wendezeit hier. Das Vogtland sei attraktiver als Mainz, begründet das Paar seine Entscheidung. "Die Region ist deutlich grüner und trotzdem zentral gelegen. Kulturell wird hier ebenfalls sehr viel geboten", sagt Friedbert Dörner. An der Martin-Luther-Straße besitzt er noch ein saniertes Mehrfamilienhaus.