Plauen: Ermittlungen zu N1 laufen noch

Im Klostermarkttreff ist im Herbst nach vier Monaten Zwangspause neues Disko- Leben eingezogen. Doch die Vergangenheit des einstigen N 1 hat ein juristisches Nachspiel.

Plauen - "Die jungen Leute in Plauen sind froh, wieder eine Location zu haben", sagt Mike Kilian, der seit September unter dem alten Namen "Klostermarkttreff", aber "mit neuen Ideen" das Objekt am Oberen Steinweg 10 mit seiner Musik-Objekt-Personal-Service UG betreibt. "Wir haben komplett umgebaut und bieten seit Herbst jeden Freitag und Samstag Tanz für junge Leute. Unsere Räume können aber auch gemietet werden", erzählt Kilian und auch, dass er mit allem, was unter Zeiten von N1 war, "komplett abgeschlossen" habe.

Nicht so sieht es die Staatsanwaltschaft in Chemnitz, Abteilung Wirtschaftsstrafsache. Nach Aussage von Staatsanwältin Ingrid Burghart sei gegen Kilian ein Verfahren wegen Insolvenzverschleppung im Zusammenhang mit dem N1 anhängig. "Ich weiß nichts davon", sagte am Donnerstag Kilian am Telefon. Der einstige Türsteher hatte die Disko von Vermieter Uwe Seidel, der die Plauener Firma Number One Automaten aufgebaut hatte, im Oktober 2011 gepachtet und als Event GmbH betrieben. "Bereits im November 2011 habe ich, als ich sah, dass die Firma total verschuldet war, am Amtsgericht Chemnitz noch vor der gesetzlichen Acht-Wochen-Frist Insolvenz angemeldet", schildert Kilian.

Ende Mai 2012 machte das N1 nach sechs Jahren zu. Schon Monate vorher sei die Besucherzahl zurückgegangen. In die Schlagzeilen kam die Disko im Herbst 2011 nach einer Schlägerei zwischen Ausländern und Security-Leuten. Aber auch wegen dem Vorwurf der Steuerhinterziehung gegen den Plauener Spielhallenchef Uwe Seidel. Steuerhinterziehung im besonders schweren Fall und unerlaubtes gewerbemäßiges Glücksspiel lautet die Anklage der Chemnitzer Staatsanwaltschaft gegen den 43-Jährigen. Von 2001 bis 2007 soll er falsche Bescheide beim Finanzamt eingereicht haben. "Die Anklage ist am 15. Januar 2011 im Landgericht Chemnitz eingegangen. Doch bislang ist noch kein Verhandlungstermin anberaumt worden", sagte am Donnerstag Gerichtssprecher Thomas Mrodzinsky. Warum noch nicht? "Dazu kann ich nichts sagen. Seit dem 10. August liegt die Akte in unserem Haus", sagte er.

Wegen der Beihilfe zur Steuerhinterziehung sei gemeinsam mit seinem Chef auch der Number One-Technikleiter in das Visier der Ermittler geraten. "Für beide gibt es ein gemeinsames Verfahren wegen Steuerhinterziehung", sagte Ingrid Burghart. Der Technik-Leiter müsse sich auch wegen verbotener Spielautomaten verantworten, heißt es schon im Frühjahr. Diese sollen zwischen 2006 und 2008 in verschiedenen Spielotheken der Spielhallen-Kette Number One aufgestellt gewesen sein. Seidel betrieb 18 Spielotheken in Plauen, Delitzsch und Zwickau. "Wir hoffen, das mit dem Klostermarkttreff wieder etwas für Plauen geboten wird. Eng ist unsere Zusammenarbeit mit der Mobilen Jugendarbeit", sagte Mike Kilian. "Wenn immer wieder die alten Dinge ausgegraben werden, dann ist ein Neuanfang nicht so richtig möglich. Und mit dem Umbau haben wir ein Zeichen gesetzt." M.T.