Plauen: Brandstifter in Dürerstraße wegen Mordes vor Gericht

Wegen Mordes an zwei Menschen muss sich ein 26-Jähriger am Mittwoch vor dem Landgericht Zwickau verantworten. Er soll am 5. Februar dieses Jahres in der Dachwohnung der Dürerstraße 8 in Plauen Feuer gelegt haben. Eine Frau (22) und ein Mann (25) starben.

Plauen - Der 5. Februar ist ein schwarzer Tag für die Bewohner dieses Hauses. Zwei von ihnen, die 22-jährige Stefanie und der 25-jährige Anthony, sterben in Rauch und Flammen. Leon (23), der Lebensgefährte von Stefanie und gleichzeitig Anthonys Bruder, wird gerettet. Mit Rauchgasvergiftung und schweren Brandwunden liegt er lange im Krankenhaus, zuerst noch im Koma.

Eine Frau aus der Nachbarwohnung muss wegen Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus. Auch mehrere große Hunde und eine Katze kommen in den Flammen um. Angeklagt sei der mutmaßliche Täter des zweifachen Mordes, des versuchten Mordes in zwei Fällen, wegen Brandstiftung mit Todesfolge und gefährlicher Körperverletzung, so Landgerichtssprecher Altfrid Luthe.

Der Angeklagte, der schon kurz nach dem Brand ins Visier der Ermittler geriet, habe sich zur Sache eingelassen, die Tat eingeräumt. Maßgeblich seien aber die Erkenntnisse, die der Prozess ab Mittwoch bringe, so Luthe. Angesetzt sind zunächst vier Verhandlungstage. Nach dem Auftakt am Mittwoch (9 Uhr, Saal 344), wird am Donnerstag, am Montag (17. September) und Mittwoch (19. September) weiter verhandelt. Wann das Urteil gesprochen wird, steht noch nicht fest.

Laut bisherigen Ermittlungen soll es am Vorabend der Tat zum Streit zwischen dem Angeklagten und Anthony gekommen sein. Beide waren Freunde. In den frühen Morgenstunden, als die junge Frau und die beiden Brüder noch schliefen, soll der 26-Jährige einen Stoß Wäsche, der über einem Schaukelstuhl hing, angezündet haben. Er soll gewartet haben, bis die Textilien Feuer fingen und dann die Wohnung verlassen haben.

Als Nebenkläger treten im Prozess je zwei Geschwister der beiden Mordopfer sowie eine weitere betroffene junge Frau auf. Am ersten Verhandlungstag werden neben dem Angeklagten auch zwei Polizeibeamte gehört, am Folgetag treten dann die überlebenden Haus- und Wohnungsbewohner in den Zeugenstand.

Die Mordopfer, der überlebende junge Mann sowie auch der Beschuldigte stammen aus der Region um Pirna und Dresden, wohnten aber teilweise seit einigen Jahren in Plauen. Am Tag des Brandes waren 50 Kameraden aus den Feuerwehren Plauen sowie den Stadteilen, Sanitäter, das THW und die Tierrettung vor Ort.

Mehrere Familien wurden aus dem Brandhaus gerettet - darunter auch Menschen der Ethnie Sinti und Roma. Ein anfänglich angenommener fremdenfeindlicher Hintergrund bestätigte sich nicht. Es handelt sich offenbar um eine Beziehungstat im Freundeskreis. Cornelia Henze