Plauen bekommt "Stolpersteine"

Plauen - Stolpersteine? Davon haben wir in Plauen genug, wird mancher jetzt sagen. Aber um die gewöhnlichen, zuweilen auch gefährlichen, geht es in diesem Falle nicht. Es geht um die "Stolpersteine", die der Künstler Gunter Demnig in ganz Deutschland, aber auch Österreich, den Niederlanden und Ungarn "verlegt". Bundesweit wurden bisher an 300 Orten rund 17 000 Stolpersteine angebracht. Mit den Gedenktafeln aus Messing, die der in Nauen Geborene ins Trottoir einlässt, will er an die Opfer der NS-Zeit erinnern, indem er vor ihrem letzten selbstgewählten Wohnort Gedenktafeln installiert. Im Lauf der nächsten Woche wird Demnig dies auch an mehreren Stellen in Plauen tun. "Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sei Name vergessen ist", lautet das Credo des Künstlers, der für sein Projekt bereits 2005 den Verdienstorden aus den Händen Horst Köhlers erhielt und in diesem Jahr mit der Josef-Neuberger-Medaille ausgezeichnet wurde, die die Jüdische Gemeinde Düsseldorf vergibt. Neben Plauen werden auch die Städte Chemnitz und Leipzig in der kommenden Woche weitere Gedenkplaketten erhalten. An welche Personen in Plauen erinnert werden soll, ist bisher noch unbekannt. Ebenso, ob der Künstler selbst vor Ort sein wird, um die Plaketten zu installieren. Für die entstehenden Kosten der "Stolpersteine" von 95 Euro kommen in der Regel Initiativen vor Ort auf. Wer eine derartige Patenschaft - auch als Einzelperson - übernehmen möchte, kann sich über die Modalitäten auf info@stolpersteine.com informieren. tp