Plauen bekommt Stadtstrand

Plauen - Plauen bekommt rund um das Gelände der Alten Elsterbrücke einen großen Stadtstrand. Nein, die Idee ist nicht neu, aber der Plauener Gastronom Stev Hemmerling von der Number One Event GmbH ist der erste, der sich dieser Aufgabe auch gewachsen fühlt und sich vor allem den enormen behördlichen Auflagen stellt. Anläufe gab es in den letzten Jahren für so ein Projekt schon viele.

Hemmerling, der am Klostermarkt auch die Discothek N1 betreibt, hatte erstmals vor drei Jahren mit einem Stadtstrand im Kopf gespielt. Im September letzten Jahres machte er dann Nägel mit Köpfen und stellte das Konzept in der Stadtverwaltung vor. Hier sei der Privatinvestor wohlwollend aufgenommen und wo es ging auch unterstützt worden, heißt es. Auch die Stadt ist an einer Aufwertung des Areals beim Neustadtplatz interessiert. Immerhin steht hier eine der ältesten Steinbogenbrücken, die Sachsen zu bieten hat. Erstmals wurde die 75 Meter lange Brücke 1244 urkundlich erwähnt. Im Sommer 2007 wurde das Viadukt nach einer zweijährigen Sanierung wieder freigegeben.

Das Gebiet entlang der Brücke und zwischen den Gewässern Mühlgraben, Syrabach und Elster ist wie geschaffen für eine derartige Freizeitanlage, die ein Hauch von Urlaub und Mittelmeer in die Spitzenstadt zaubern soll. Den Strand-Kurztrip lässt sich Stev Hemmerling einiges kosten. Rund 100 000 Euro werden investiert, sagt der Unternehmer dem Vogtland-Anzeiger.

 

Durch den diesjährigen XXL-Winter muss nun mit Hochdruck gearbeitet werden. Bereits am 22. Mai soll der so genannte "Stadtstrand-Mitte" eröffnet werden. Er könnte sich zu einer neuen Top-Adresse in den Sommermonaten in Plauen entwickeln. Denn nicht nur ein Sandstrand an der Elster wird geboten. Hemmerling fährt einiges auf. Der Strand auf der Seite des Elsterradweges wird bestückt mit zehn original Sylter Strandkörben und zahlreichen Liegestühlen. "Es kann jeder mit seinem Handtuch kommen", sagt der Gastronom. Auch ein Kinderspielplatz ist geplant. Rund 250 Tonnen Sand werden benötigt. Bis zu 40 Zentimeter dick soll die Sandschicht werden.

Auf der anderen Brückenseite entsteht zudem ein moderner und großzügiger Biergarten mit Loungebereich für insgesamt etwa 300 Personen. Ansprechende Gartenmöbel und Bambusbetten sollen Hingucker fürs Auge werden. Strand und Biergarten sind durch die Brückenbögen miteinander verbunden. In einem der Bögen zieht eine Cocktail-Bar ein. Damit auch Damen mit Absatzschuhen ihren Spaß am künftigen Stadtstrand haben, ist das gut 3000 Quadratmeter große Areal überzogen von zahlreichen Holzstegen, die im Biergarten terrassenförmig angeordnet sein werden. Schutz vor der Sommersonne bieten bis zu vier Meter große Sonnensegel. Es wird kein Eintritt verlangt.

 

Finanzieren soll sich der Strand unter anderem durch Veranstaltungen, den Getränkeverkauf und durch Mieteinnahmen der Liegestühle und Strandkörbe. "Wir wollen zwei bis drei Events hier im Jahr machen", sagt Stev Hemmerling. Der erste Höhepunkt wird die komplette Übertragung der Fußballweltmeisterschaft auf Großbildleinwand und mehrere Fernseher sein.