Plauen bald um einige Schandflecken ärmer?

Plauen - Der Spitzenstadt wird von Auswärtigen immer wieder bescheinigt, dass sie sich in den vergangenen Jahren vielerorts prächtig herausgeputzt hat. Doch gibt es noch genügend Ecken in der Stadt, an denen der Zahn der Zeit mächtig genagt hat.

 

Dass diese Schandflecke aus dem Bild der Stadt verschwinden mögen, ist nicht nur der Wunsch der unmittelbaren Nachbarschaft. Ein Beispiel ist das Gebäude an der Karolastraße. Ich kann mich als Kind noch an den Zucker-Sippel, der darin allerlei Süßigkeiten herstellte, erinnern. Manches Mal reichten die netten Mitarbeiterinnen Bonbons an uns Kinder aus den Fenstern der Produktionshalle. Doch das ist viele Jahre her. Produziert wird schon lange nicht mehr. Zeitweise diente ein Teil des Hauses als Lager für die einst benachbarte Baustoffversorgung. Doch auch die ist schon mehr als 15 Jahre Geschichte. Seitdem verfällt das Gebäude zusehends.

 

Ein Zaun schützt Passanten, die aber einen großen Bogen machen, vor herunterfallenden Brocken. Nach Auskunft vom Plauener Bau- und Liegenschaftsamt werden gegenwärtig seitens der Stadt Verhandlungen mit den Eigentümern geführt, die Ruine zu kaufen. Nur so könne ein baldiger Abbruch mit Mitteln aus dem Förderprogramm für Industriebrachen erfolgen, erklärte Ulrich Giering, Fachgebietsleiter Bauordnung. Gleiche Verhandlungen laufen auch mit den Eigentümern der Ruine an der Stresemannstraße hinter Pit Stop.

 

Dort war zuletzt eine Färberei der einstigen Brokat Mühltroff. Auch dieses Haus ist in Privatbesitz. Erst wenn die Verkaufsverhandlungen, die sich schon eine längere Zeit wegen unterschiedlicher Gründe hinziehen, über die Bühne gegangen sind, kann die Freigabe zum Abbruch erfolgen. Vielleicht noch in diesem Jahr. Dann ist Plauen wieder um einige Schandflecke ärmer. M. T.