Plauen Automobile Technology setzt auf Elektroteile

Plauen - Trotz allgemeiner Wirtschaftskrise ließ Marco Kremer, Geschäftsführer der Plauen Automobile Technology GmbH (PAT), die Wirtschaftsjunioren Plauen-Vogtland anlässlich ihres Septemberstammtisches in sein Unternehmen blicken.

 

Als Zulieferer für Motorenteile spürte das Unternehmen bereits im Oktober 2008 mit voller Wucht den Einbruch bei Opel. Die Auftragsflaute bei Mercedes folgte gut vier Wochen später. Doch so ganz aus der Kalten hat die Krise das Unternehmen allerdings nicht erwischt. "Uns war schon immer klar, dass wir von nur zwei Produkten und zwei Kunden abhängig sind", verdeutlichte Marco Kremer die Situation bei der PAT. So machte man sich nicht erst seit Herbst 2008 einen Kopf darum, wie man sich besser aufstellen und somit Krisen überstehen kann. Trotzdem hat die Wirtschaftskrise das Unternehmen voll erwischt. Die Aufträge und der Umsatz brachen ein. Ein Teil der Belegschaft musste in Kurzarbeit geschickt werden.

Auch wenn die Produktion der Motorenteile zurückgefahren wurde, die Arbeit an den neuen Konzepten wurde voll vorangetrieben. Mehr noch: PAT hatte erst 2007 Flächen und Gebäude zugekauft und eine Erweiterung der Produktionshalle vorgenommen. Immer mit dem Ziel, die Firma auf weitere Standbeine zu stellen. Fest im Auge hat man seither Elektroteile. "E-Teile werden in Zukunft immer mehr in Fahrzeugen verbaut", ist sich Kremer sicher. Dabei nennt er solche Komponenten wie ESP, ABS oder Elektromotoren. Die Palette ist breit gefächert und die Firmen, die sich damit in Deutschland beschäftigen, dünn gesät. Der Grund: An die Fertigung stellen die Autohersteller besonders hohe Qualitätsansprüche.

Dabei geht es nicht nur um Maßgenauigkeit, sondern auch um Sauberkeit. Sauberkeit, die in den Reinluftbereich geht. So dürfen bei E-Teilen kleine Schmutzpartikel nicht größer als 200 Mikrometer sein, erklärt der Geschäftsführer. Ein Prozess, der nicht von heute auf morgen zu bewerkstelligen sei. Für die Plauener Metallverarbeiter ist dies ein völlig neues Feld und eine große Herausforderung. Reichte früher das Abblasen der Metallspäne nach der Bearbeitung und die Lagerung in Paletten, müssen die E-Teile hingegen gewaschen, getrocknet, geprüft, weiterverarbeitet und absolut rein verpackt werden. Bereits die Transportbehälter müssen versiegelt geliefert und auf Reinheit überprüft werden. "Denn was nützt uns alle Reinheit bei der Verarbeitung, wenn die Teile dann in der Verpackung verschmutzt und damit unbrauchbar werden", verdeutlich Kremer die neue Situation.

Es mussten spezielle Waschmaschinen angeschafft, eine neue, eigene Reinigungstechnologie entwickelt und eine Qualitätsprüfung aufgebaut werden. Es entstanden Sauberkeits-Arbeitsräume, ein Labor und vollkommen neue Arbeitsabläufe. Muster oder Erfahrungen von anderen Firmen gab es dabei kaum. Alles habe man selbst entwickelt und in die Produktion integriert.

Unterstützung bekam Marco Kremer bei der Umsetzung seiner Ideen vom Gesellschafter. Das Ergebnis der Bemühungen kann sich sehen lassen. Seit März sind wieder alle Mitarbeiter, es sind inzwischen 30, voll beschäftigt. Zudem konnten zwei Lehrlinge nach ihrer Ausbildung übernommen werden. Weitere vier Lehrlinge befinden sich noch in der Ausbildung.

Neben Mercedes und Opel gehören jetzt auch Continental, Audi, VW und weitere Hersteller zum Kundenkreis. Die Produktpalette hat sich dabei von zwei auf derzeit sieben verschiedene Teile erweitert. Zudem ist man dabei, die Prüfleistungen des Labors auch anderen Firmen anzubieten. Und über noch etwas ist Marco Kremer stolz. "Wir haben uns aus eigenen Kräften auf ein Gebiet gewagt, das vollkommen neue Qualitätsanforderungen verlangt. Diese Kompetenz unterscheidet uns deutlich von anderen Firmen und ist der Weg in die Zukunft." PAT wurde 2002 gegründet. Das Unternehmen hat sich seither zum Kompetenzzentrum zur hochgenauen Bearbeitung von technologisch anspruchsvollen Aluminiumdruckgusskomponenten entwickelt.  -schin