Plauen: Ausländer protestieren bei Gegendemo

Plauen - Ausländerfeindliche Hass-Parolen am Wochenende an der Plauener Kasernenstraße haben vor allem jenen Angst gemacht: Den Ausländern. "Die meisten wussten über die Demo nicht Bescheid, waren am Vormittag zum Einkauf oder Stadtbummel unterwegs", so Stefan Postier vom Aktionsbündnis "Vogtland gegen rechts".

Als die Menschen aus dem Asylbewerberheim den RNJ-Aufmarsch bemerkten, seien sie zu den Gegendemonstranten vom "Runden Tisch" und dem Aktionsbündnis gekommen und haben mitprotestiert, so Postier. Völlig überraschend sei die Kundgebung der rechtsextremen RNJ gekommen - dennoch haben sich die demokratischen Kräfte gegen Rechts schnell eingefunden, lobt der junge Mann. Einen ersichtlichen Grund für die Demo von Rechts kann auch Polizeisprecher Jan Meinel nicht benennen. "Die Situation mit rechten Aufmärschen spitzt sich zu. Wenn die Verantwortlichen im Vogtlandkreis nicht aufpassen, wird das bald noch schlimmer", warnt Stefan Postier.

Die RNJ gilt als eine der gefährlichsten rechtsextremen Kameradschaften in Deutschland. Speziell in Plauen trat Versammlungsleiter Kevin Pahnke auf. Die im Vogtland existierende RNJ halte engen Kontakt zum "Freien Netz Süd" in Oberfranken. Von dorther seien am Samstag auch Mitglieder gesehen worden, ebenso von der NPD. Vor Ort als Redner sei auch Mike Müller gewesen, der in Dresden große Neonazi-Aufmärsche organisiere.

Mit Unverständnis haben die Gegendemonstranten das Handeln der Polizei aufgenommen, die vor den Demos die Personalausweise der Leute vom Aktionsbündnis eingefordert habe. Erst nach mehrmaligem Nachfragen hätten die Beamten erklärt, die Ausweise einzuziehen um Fahndungsinfos abchecken zu können. Immerhin komme es ja vor, dass es bei solchen Demos zu Gewaltausschreitungen komme. "Wir haben uns von der Polizei vorverurteilt und aufs Übelste schikaniert gefühlt", so Stefan Postier. cze