Plauen: 5.000 machen Unmut Luft

Die Bewegung "Wir sind Deutschland", die eine Gruppe um Michael Oheim und Tilo Eckardt ins Leben gerufen hat, wächst weiter. Zur dritten Kundgebung am Sonntag kamen nach Angaben der Polizei rund 5.000 Menschen auf den Altmarkt.

Plauen - Die Spannweite der Gäste war weniger politisch als vielmehr gesellschaftlich breit gefächert. Statt Vertreter der extremen Lager waren es diesmal in noch größerer Zahl Handwerker und Arbeitnehmer, Rentner und junge Leute, die protestierten. Neben Organisator Michael Oheim kamen auch diesmal wieder verschiedene Redner zu Wort, so Gunnar Gemeinhardt, der mehrfach auf die sich ändernde Berichterstattung der Medien einging und gegen tendenziöse Berichterstattung in sozialen Netzwerken wetterte.

Zudem danke er der Polizei: "Herr Wendt von der Polizeigewerkschaft hat es gesagt, wenn Sie ihren Kopf bei Konflikten unter Flüchtlingen hinhalten müssen, liegen die, die Teddys an Asylbewerber verschenken, auf dem heimischen Sofa." Das war aber dann auch schon die polemischste Wortmeldung des Tages. Zu Wort kam unter anderem Norman Rauh, der als Mitarbeiter einer Securityfirma aus seinem Alltag erzählte, von Diebstählen durch Asylbewerber, die das Landratsamt den Discountern erstatte, von Messerattacken auf ihn selbst, die von der Justiz als kriegstraumabedingt angesehen worden seien und von der Angst der Menschen auf eine Unterwanderung der Flüchtlinge durch IS-Kämpfer, vor deren Gefährlichkeit die Politik seit Jahren immer wieder gewarnt habe.

Sergej Benar, der aus der Ukraine nach Deutschland kam, sprach in akzentfreiem Deutsch zum Thema Integration. Es mangele nicht am Willen der Deutschen, Integration geschehen zu lassen, aber an Integrationswillen bei den Flüchtlingen. "Diese Leute können noch nicht einmal unter sich in Frieden leben. Sich integrieren möchten sie schon gleich gar nicht. Der Ausspruch der Kanzlerin, der Islam gehöre zu Deutschland sei eine Lüge. Jens Heinritz sprach von der Zeit der Wende und dass ihn heute vieles an diese Zeit erinnere. Der zweifache Vater forderte, dass Schluss sein müsse mit Waffenlieferungen in alle Welt, dass Schluss sein müsse mit Rechtlosigkeit, wenn es um Flüchtlinge gehe.

Zu den Anfeindungen, dass die Veranstaltung eine rechte Demo sei, sagte Heinritz: "Ich bin kein Nazi, war nie ein Nazi und werde niemals einer sein. Gleiches galt auch für Dirk Spengler, der einen flammenden Friedensappell an die Zuhörer sandte: "Schaut Euch die Kriegerdenkmäler an, wie viele junge Menschen in den beiden Weltkriegen verheizt wurden. Hört auf, Atomwaffen in unserem Land zu stationieren, sorgt für Entspannung statt Provokation, prüft ob die Nato-Mitgliedschaft noch zeitgemäß ist", richtete er einen Appell an die Regierenden.

Der ehemalige Klingenthaler Bundespolizist Dieter Penkes (67) berichtete aus seiner Dienstzeit, in der man in den Jahren des Balkankrieges Menschen scharenweise an der Grenze zurückgeschickt habe. Heute unterbinde man Pressefreiheit, indem nur noch eine zentrale Behörde aktuelle Flüchtlingszahlen herausgeben dürfe. Auf der Demo wurden auch Einladungen ausgesprochen - an die gewählten Abgeordneten aus Land- und Bundestag, die ihre Politik doch einmal erklären mögen. va