Plauderei aus dem Nähkästchen

"Ein Kessel Buntes" präsentierte am Freitag die Schauspielerin und Chansonnière Dorit Gäbler im König Albert Theater.

 

Bad Elster - In einem abwechslungsreichen Programm begeisterte sie nicht nur mit einer beeindruckenden Vielseitigkeit als Künstlerin, sondern erfreute auch mit einer vergnüglichen Rückschau auf die einstige gleichnamige Unterhaltungssendung des DDR-Fernsehens. Diese hatte sie selbst insgesamt drei Mal moderiert, erinnerte musikalisch mit einem bunten Mix für jeden Geschmack an viele beliebte Stars und Melodien von damals und würzte als begnadete Komödiantin zwischendurch ihre Darbietungen mit einigen heiteren Sketchen.

Gern plauderte Dorit Gäbler auch ein wenig aus dem "Nähkästchen", zum Beispiel wie sie so manchen wertvollen Tipp von den Tänzern aus dem Ballett im Friedrichstadtpalast für ein Gläschen Rotwein und eine Brise weiblichen Charme bekam, mit dem sie desgleichen anschließend auch den gefühlsbetonten Titel "Frauen ziehen Männer an" erklingen ließ.

Passend zum Frühlingserwachen brachte sie mit unverwechselbarer Stimme auch die Hildegard Knef- Evergreens "Sei mal verliebt" und "Für mich soll?s rote Rosen regnen" zu Gehör und begeisterte nicht weniger mit ihren eigenen Liedern "Piere komm her" und "Mann bleibt Mann". Die Gunst des Publikums eroberte sie mit Heiterem und Nachdenklichem zu Themen wie Mode, Liebe, Emanzipation, dem Älterwerden und ebenso mit einem flotten Berliner Schlager-Medley aus den 20er Jahren wie "Mit dir da möchte ich angeln geh?n" und "Wenn ein Mädel einen Herren hat". Auf schwungvolle Weise aufgelockert wurde das Programm auch mit einem Medley beliebter Volkslieder, zu dem Dorit Gäbler die Zuschauer zu einem kräftigen Mitsingen und Schunkeln einlud. Einen besonderen Applaus erntete sie außerdem für ihre gelungene Interpretation des legendären Songs "Über sieben Brücken" der DDR-Rockband Karat.

 

Höhepunkte setzte die temperamentvolle Entertainerin mit den unvergessenen Bestsellern ,,Nichts haut mich um, aber du" von Dalia Lavi und "Lieber Leierkastenmann" von Marlene Dietrich. Das knapp zweistündige Programm war für viele der Zuschauer ein erfreuliches Wiedersehen mit der erfolgreichen Schauspielerin und Sängerin. Mit 18 Jahren hatte Dorit Gäbler 1961 ihre vogtländische Heimatstadt Plauen verlassen und in Berlin an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" studiert, bevor sie unter anderen auch in mehreren Kino- und Fernsehproduktionen mitwirkte.