Platz wird Historie atmen

Bei der Gestaltung des Weisbachschen Hauses schaut man gewissermaßen über den Tellerrand hinaus, denn auch das Umfeld des künftigen Innovationszentrums Plauener Spitze soll historisches Flair atmen. Dafür gibt es zwei Varianten.

Von Torsten Piontkowski

Plauen Eine Machbarkeitsstudie für die Umfeld- und Vorplatzgestaltung des künftigen Forums datiert bereits aus den Jahren 2012/13. Bereits damals waren in Erwartung der überregionalen Ausstrahlung des Ensembles ausreichend Bus- und Kfz-Parkplätze in den Plan eingearbeitet worden, informierte Frank Baumgärtel am Montag die Mitglieder des Stadtbau- und Umweltausschusses sowie des Wirtschaftsförderungsausschusses.
Vor allem ging es diesmal aber darum, zwei vom Planungsbüro Ökoplan Bauplanung erarbeitete Varianten der Gestaltung vorzustellen. Eine Variante sieht einen Eingriff in den Weisbachschen Garten vor, der zwar einerseits großzügige Platzverhältnisse direkt vor dem Eingang schafft, andererseits aber auch den Bau einer Stützmauer erfordert, die aus technischer und gestalterischer Sicht weitere Eingriffe in den Garten erfordert.
Eine zweite Variante, daraus machte Baumgärtel kein Hehl, wird von der Verwaltung präferiert. Die bewahrt ebenfalls die historische Situation, macht aber keine so tiefgreifende Veränderung im Garten des Hauses erforderlich. Vor allem aber: Sie ist wesentlich kostengünstiger. Während Variante 1 unterm Strich mit rund 147.000 Euro zu Buche schlägt - allein die rund 28 Meter lange Stützmauer wäre mit 42.000 Euro zu veranschlagen - würde Variante 2 lediglich 100.000 Euro kosten. Auch das Landesamt für Denkmalpflege unterstütze die preiswertere Variante, ergänzte Baumgärtel auf Nachfrage.
In der Diskussion waren sich die Stadträte - nicht nur unter dem Kostenaspekt - einig, dass Variante 2 der beabsichtigten Wirkung durchaus gerecht werde und eine Erweiterung des Vorplatzes samt Stützmauer einen zu großen Eingriff in den Garten selbst bedeuten würde, wie AfD-Stadtrat Gerald Schumann bemerkte. SPD-Stadtrat Bernd Stubenrauch machte deutlich, dass sich der Vorplatz gewissermaßen dem Weisbachschen Haus unterordnen müsse und dem nicht "die Show stehlen" dürfe.
CDU-Stadtrat Prof. Kowalzick regte an, auch den anwesenden Claus Weisbach zu Wort kommen zu lassen - mit ihm und seinem Bruder Bernhard Weisbach hatten im Vorfeld bereits zahlreiche Abstimmungen zur Gestaltung stattgefunden.
Landschaftsarchitekt Claus Weisbach sprach sich denn auch für die "kleinere" Variante aus, die ziemlich exakt der Historie und einem ihm vorliegenden Plan aus dem Jahre 1811 entspräche. Weisbach erinnerte daran, dass das Gebäude um 1900 nahezu aus dem Bewusstsein verschwunden gewesen sei und nun in eine "neue textile Zukunft" geführt werde.
Zugleich machte der Experte am Rande darauf aufmerksam, dass das vorliegende Modell (siehe oben) nicht den tatsächlichen Verhältnissen entspräche und bestimmten Neigungsverhältnissen nicht berücksichtigt seien.
Bürgermeisterin Kerstin Wolf versprach, dies bei künftigen Zeichnungen zu berücksichtigen und verwies darauf, dass der Platz - im Modell als Hartensteinplatz ausgewiesen - noch nicht der endgültige Name sei. Es handele sich gewissermaßen um einen Arbeitstitel, was Stubenrauch zu dem Vorschlag animierte, man könne das Areal ja auch "Platz der Plauener Spitze" nennen.
Fertiggestellt werden soll der Platz im kommenden Jahr, gefördert wird die gesamte Maßnahme aus dem Programm "Städtebaulicher Denkmalschutz" zu 80 Prozent.