Plamag-Retter hoffen auf letzten Interessenten

Die Mitarbeiter des insolventen Maschinenbauers Plamag in Plauen dürfen weiter hoffen. "Es gibt einen Interessenten. Wir gehen von einem erfolgreichen Abschluss aus", sagte ein Sprecher von Insolvenzverwalter Werner Schneider. Er könne aber nicht sagen, wann das sein werde. Auch zur Herkunft des möglichen Investors wollte der Sprecher keine Angaben machen.

Der Zwickauer IG Metall-Bevollmächtigte, Stefan Kademann, glaubt an eine baldige Entscheidung. Mit der Plamag gebe es derzeit Tarifgespräche, sagte er. Der Betrieb gehörte zum Druckmaschinenhersteller Manroland, der November 2011 in Insolvenz ging.

"Eine gute Perspektive für die Plamag ist noch immer möglich", sagte Kademann. "Aber so weit war es schon einmal - und dann ist alles wieder weggebrochen", warnte er. Erst im Mai war die Übernahme durch den Zulieferer MN Maschinenbau Niederwürschnitz und den Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking kurz vor Vertragsunterzeichnung geplatzt. Zuvor war schon im März der Allgäuer Autozulieferer Berger als Interessent abgesprungen.

Er wollte sich den Plauener Betrieb ursprünglich mit der Lübecker Possehl-Gruppe teilen. Die Plamag hatte im Februar unter der Federführung Schneiders mit etwa der Hälfte der ehemals 700 Mitarbeiter einen Neustart gewagt. Schneider hält als vorläufiger Hauptgesellschafter 80 Prozent an dem Betrieb. Zwei frühere Manager sind zu 20 Prozent beteiligt.

Für zwei andere ehemalige Standorte von Manroland in Offenbach und Augsburg wurden mit der Lübecker Possehl-Gruppe und dem englischen Maschinenbauer Tony Langley neue Eigentümer gefunden. Die Plamag ist derzeit vor allem durch Lieferverträge mit diesen Werken ausgelastet. Zu DDR-Zeiten waren in dem einstigen Vorzeigebetrieb mehr als 2000 Mitarbeiter beschäftigt. va