Plamag Plauen verliert an Eigenständigkeit

Plauen - Die manroland AG hat eine tiefgreifende Umstrukturierung an ihren drei Standorten beschlossen. Die Plamag Plauen soll Kompetenzzentrum für die mechanische Fertigung werden - also Zulieferer für Augsburg und Offenbach. In einem zweiseitigen Positionspapier hat am Freitag Eigentümer Allianz Capital Partners und der Vorstand des weltweit zweitgrößten Druckmaschinenherstellers seine Wachstumsstrategie erklärt. Sichern solle sie die langfristige Eigenständigkeit. Damit sind auch Gerüchte vom Tisch, die manroland AG würde mit anderen Druckmaschinenherstellern fusionieren. Manroland wolle auch weiterhin an allen drei Standorten festhalten, heißt es. Jede Produktionsstätte habe dazu eine klare Kernkompetenz zugewiesen bekommen. Das klingt gut, aber: Während in Offenbach und Augsburg weiterhin Maschinen gefertigt und montiert werden, soll Plauen nur noch die beiden Standorte mit Fertigungsteilen beliefern und sich auch für konzernfremde Interessenten öffnen. "Es wird keine Montage von Druckwerken mehr geben. Damit verliert Plauen die Fähigkeit als eigenständiger Druckmaschinenbauer und wird ein ganz stinknormaler Zulieferer. Damit ist der Standort Plauen bei der nächsten Krise stark gefährdet", sagte Stefan Kademann, Erster Bevollmächtigter der IG Metall. Manroland rechnet im Konzern mit einem Abbau von zusätzlich rund 500 Stellen. In Plauen bleibe es bei der angekündigten Stellenreduzierung über Altersteilzeit. 135 Stellen sollen nicht wieder besetzt werden. Von den 815 Beschäftigte sollen bis 2012 noch 680 übrig bleiben. Zu Jahresbeginn wurden bereits 42 Mitarbeiter auf Kurzarbeit null gesetzt, und gehen ab 1. März 2011 in eine Transfergesellschaft. "Mit der Ausrichtung auf die mechanische Fertigung in Plauen werden gewerbliche Beschäftigte gebraucht, allerdings weniger ingenieurtechnisches Personal. Ob diesen Mitarbeitern ein Angebot für Augsburg oder Offenbach gemacht wird, bleibt abzuwarten", sagte Kademann. M. T.