Plamag: Konzernspitze stochert im Nebel

Plauen - Nur wenige Unternehmen gibt es derzeit in Plauen, in denen die Beschäftigten sich keine Gedanken um ihren Arbeitsplatz machen müssen. Besonders angespannt ist die Lage in der Plamag, wo mindestens 50 Jobs auf der Kippe stehen.

 

Und auch diese Zahl, so Gewerkschafter Stefan Kademann von der IG Metall verärgert, komme aus dem Nebel. "Wie alles andere auch." Er befürchtet, dass es deutlich mehr werden könnten, die aus gesundheitlichen oder anderen triftigen Gründen nicht umgeschult werden könnten. Immerhin sollen ungefähr ein Drittel der Belegschaft perspektivisch einem neuen Job nachgehen. Zwischen zwei und 18 Monaten - abhängig von der derzeitigen Qualifikation und dem vorgesehenen Beruf - sollen die Umschulungsmaßnahmen dauern.

 

Der Punkt sei doch, so Kademann, was der Betreffende jetzt und was er nach der Umschulung verdiene. "Ich kann mir kaum vorstellen, dass ein hochqualifizierter Kollege sich für eine niedriger qualifizierte Tätigkeit umschulen lässt." Außerdem hätte die Gewerkschaft bereits mehrfach die Frage gestellt, wie viel Jobs denn eigentlich im Augsburger manroland-Werk angeboten werden. In welche Bereiche 230 Mitarbeiter umgeschult werden sollen, sei ebenfalls noch völlig offen.

 

Kademann bezeichnet es als "konzeptionellen Gedanken", was die Konzernspitze bisher vorlegte. Was dagegen feststeht: Die Gespräche mit der Geschäftsleitung hinsichtlich eines Sozialplanes sind erst mal gescheitert. Nun soll am 6. Dezember eine so genannte Einigungsstelle im Beisein eines Richters des Bundesarbeitsgerichtes einen Interessenausgleich herbeiführen. Kademann hofft, dass die gewerkschaftlichen Argumente bei besagtem Richter greifen, denn er macht kein Hehl daraus, dass "uns die Zeit davonläuft".

 

Dass die Gespräche die geplante Destruktualisierung aufhalten könnten, glaubt er nicht. "Ich weiß, dass der Überbringer der schlechten Nachricht geköpft wird, aber die Drohung seitens der Konzernspitze, im Notfall ganz dicht zu machen, ist real", fügt er an. Auch ihm ist bewusst, dass fehlende Aufträge nach der Finanzkrise dem Unternehmen finanziell schwer zu schaffen machen. Der Streitpunkt ist doch aber der, dass ausgerechnet der effektivste Standort - also Plauen - geschröpft werden soll.

 

"Dass die Maschinen in Augsburg kostendeckend produziert werden können, halten wir für unmöglich", sagt Kademann. Wenn das Kompetenzzentrum aus Plauen abgezogen werde, dann sehe es für die Plamag zappenduster aus. Unterm Strich schätzt er die Situation als noch schlimmer ein als bei der Narva. Deshalb müsse man auch höllisch aufpassen, dass die Belegschaft nicht resigniere.

 

Zunächst werde man sich am kommenden Dienstag nochmals in Augsburg zu internen Gesprächen treffen. "Zwischen dem 30. November und dem 6. Dezember - dem Tag der Einigungsgespräche - seien unbedingt Tarifverhandlungen nötig. "Es ist durchaus nötig, dass sich die Belegschaft wieder mal vor dem Werktor zeigt", schließt Kademann.   T. Piontkowski