Plamag-Hallen warten auf Käufer

"Industriehallen sind ein seltenes Gut", formulierte Wirtschaftsförderer Eckard Sorger am Dienstag vor den Stadträten. Dennoch gestaltet sich deren Vermarktung im Falle der Plamag schwierig.

Plauen - Es habe sich noch nichts konkretisiert, umschrieb Sorger die Tatsache, dass die Hallen auf dem Plamag-Gelände noch immer keine Interessenten gefunden haben. Deren Gesamtfläche betrage rund 30 000 Quadratmeter, die größte von ihnen umfasse allein 3000 Quadratmeter, die meisten sind teilbar, warb er vor den Stadträten als gelte es, den einen oder anderen für "ein Stück Wema" zu begeistern.

Der aktuelle Stand in Sachen Flächenvermarktung bettete sich ein in seinen Sachstandsbericht, einer Art Auflistung der Aktivitäten der Wirtschaftsförderung, um potentielle Investoren auf Plauen aufmerksam zu machen. Sorger bezeichnete "trotz der Katastrophe Plamag" die Entwicklung als stabil und positiv. Er bezog sich dabei auf Unternehmen wie Vosla, Neoplan und Stahlbau. Allerdings räumte Sorger ein, dass es in Sachen Image mehr zu tun gäbe - dass Plauen über zahlreiche gute Fachkräfte verfüge, sei noch zu unbekannt.

Als Erfolgsgeschichte schlechthin bezeichnete Sorger die Entwicklung von Neoplan, des letzten Standortes der Neoplan-Gruppe in Deutschland. Nach dem neuen Logistik-Center entstehe derzeit ein Kompetenzzentrum für Klebe- und Beschichtungsprozesse. Eine ähnlich positive Entwicklung bescheinigte der Wirtschaftsförderer auch dem Logistikpark Plauen. Die hier siedelnden Unternehmen - zum großen Teil Zulieferer für die Automobilindustrie - beschäftigen rund 400 Leute.

Bezüglich des Haltepunktes Mitte avisierte Sorger schon mal eine siebenmonatige Sperre für den Zugverkehr, wenn im kommenden Jahr die Brücke erneuert werde. In dieser Zeit werde Schienenersatzverkehr eingerichtet. Auf den Baubeginn 2014 seien alle Beteiligten, auch die Geldgeber, fokussiert, warf Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer sporadisch ein.

Weniger optimistisch äußerte sich Sorger bezüglich des Einzelhandels in der Innenstadt. Von den insgesamt zur Verfügung stehenden 200 000 Quadratmetern Verkaufsfläche sind 72 Prozent vorwiegend für Autofahrer gut erreichbar, elf Prozent der Fläche befindet sich in Nahversorgungszentren und lediglich 17 Prozent in der Innenstadt. Dabei sei der Innenstadthandel der "Motor" - immerhin kommen 80 Prozent der Menschen zum Einkaufen in die City.

Konkret auf die Bahnhofstraße oberhalb der Kolonnaden eingehend, bemerkte Sorger, hier müsse sich eine Art "Kietzgedanke" etablieren. Damit die Händler profitieren, müssen etwa 5000 Menschen pro Stunde die betreffende Straße frequentieren - im Falle der Bahnhofstraße sei dies ein Bruchteil, bezog sich der Wirtschaftsförderer auf Erfahrungen anderer Kommunen. Eine anschließende Diskussion kam - wohl auch aus Zeitgründen - nicht in Gange. Oberdorfer avisierte, die verschiedenen Fragen von Stadtrat Benjamin Zabel (SPD) und Lars Legath (Linke) von Sorger schriftlich beantworten zu lassen. va