Plamag-Gebäude wird Erstaufnahmestelle

Sachsen will auf dem ehemaligen Plamag-Werksgelände in Plauen eine Erstaufnahmeeinrichtung errichten. Zunächst sollen 300 Flüchtlinge unterkommen.

Plauen - Gegenwärtig liefen die vertraglichen Abstimmungen und die Planungen zur Ausstattung für die Erstaufnahmeeinrichtung, teilte die Landesdirektion am Dienstag auf Anfrage mit. Frühestens ab Anfang November sollen zunächst rund 300 Asylbewerber in den Verwaltungsgebäuden des früheren Druckmaschinenherstellers untergebracht werden. Das sei abhängig vom Ergebnis der Prüfungen. Die Landesdirektion Sachsen plant die Einrichtung einer Notunterkunft für die Unterbringung von Asylbewerbern in Plauen.

Diese soll in dem Bürogebäude der Plamag Plauen im Industriepark an der Pausaer Straße eingerichtet werden. Eigentümer der Immobilie ist die IP Grundstücksgesellschaft, die das gesamte Werksgelände nach der Insolvenz der IBS übernommen hatte. Der Oberbürgermeister sei über die Pläne informiert worden, hieß es. Ralf Oberdorfer bestätigte am Dienstag, dass die Immobilie aus seiner Sicht "ausgesprochen gut geeignet" sei. Sie verfüge über ausreichend Sanitäreinrichtungen, einen großen Speisesaal samt Küche, das Gebäude sei umzäunt, ein Wachschutz stehe zur Verfügung und auch die Verkehrsanbindung sei optimal.

"Auf alle Fälle besser geeignet als Baumärkte oder Turnhallen" fügte er an. "Ich befürworte diese Lösung", so der OB, der zugleich seine Kritik an der Politik der Bundesregierung erneuerte. "Die muss sich ändern, der Flüchtlingsstrom ist kommunal nicht beherrschbar." Dessen ungeachtet habe man für die Menschen die hier ankommen, vor Ort eine hohe Verantwortung.

Die Kapazitäten in den Erstaufnahmeeinrichtungen sind laut Landesdirektion mit rund 14.000 Flüchtlingen voll ausgelastet. In den ersten neun Monaten des Jahren hat Sachsen knapp 30.000 Asylbewerber aufgenommen. Im Vogtland sind derzeit 1.381 Flüchtlinge untergebracht. va