Plamag droht die Schließung

Die eine Hälfte der Belegschaft musste bereits Anfang des Jahres gehen, bei der anderen ist die Stimmung nach mehreren gescheiterten Rettungsversuchen mies. Bei Manroland in Plauen geht die Angst vor dem endgültigen Aus um. Ende des Monats will der Gläubigerausschuss über eine Stilllegung oder Weiterführung der Produktion entscheiden, teilten der Zwickauer IG-Metall-Bevollmächtigte Stefan Kademann und Betriebsratschef Udo Meier am Donnerstag gemeinsam mit. Dies würde erneut etwa 300 Jobs gefährden - so viele hatte der bis dahin größte Industriebetrieb im Vogtland bereits im Januar durch die Manroland-Pleite verloren. Der Sprecher des Insolvenzverwalters Werner Schneider bestätigte die Angaben allerdings nicht. "Die Verkaufsbemühungen werden fortgeführt", sagte Alexander Görbing.

Die IG Metall verbreitete unterdessen auch einen offenen Brief der Belegschaft an den Insolvenzverwalter, der sich kritisch mit dessen bisheriger Arbeit auseinandersetzt. "Die Hoffnung stirbt zuletzt - ist seit der Insolvenz vor einem Jahr meine Devise. Doch die Situation hat sich zugespitzt", erklärt Petra Benecke, stellvertretende Betriebsratschefin der Plamag Plauen. "Der kurzfristige Absprung auch des dritten Investors sowie die Reduzierung der Arbeiten für Augsburg und mögliche Verlagerung weiterer Schlüsselpositionen nach Augsburg hat eine äußerst explosive Situation in Plauen herbeigeführt", erklärten Kademann und Meier. "Wir wissen nicht, was im Hintergrund noch so alles passiert - und ob positive Signale zu erwarten sind", so Petra Benecke. Die Stimmung im Betrieb sei äußerst angespannt und die Angst um den Arbeitsplatz groß.

Die Belegschaft hat auf ihrer Versammlung am Dienstag eindringlich gefordert, alle Aktivitäten und Anstrengungen der Insolvenzverwaltung darauf auszurichten, Arbeitsplätze in Plauen zu erhalten. Schneider wird im Brief dazu aufgefordert, die Geschäfte der Plamag "bis zum erfolgreichen Verkauf des Unternehmens" fortzuführen. Der Insolvenzverwalter müsse die Suche nach einem Investor für den Fertigungsbereich verstärken und nicht schon nach einem Monat vergeblicher Suche über die Schließung der Plamag entscheiden. Auch solle er auf die Einhaltung von Lieferverträgen mit Augsburg bestehen, um eine Weiterführung der Geschäftstätigkeit in Plauen sicherzustellen.

Von Wirtschaftsministerium, Landrat und Plauens Oberbürgermeister fordert die Belegschaft, sich wieder verstärkt in diesen Prozess einzubringen. "Die Plamag steht vor dem Abgrund. Helft uns", heißt es sehr eindringlich. "Wenn die Plamag schließt, dann betrifft das nicht nur die rund 300 Mitarbeiter, sondern die ganze Region", mahnt Petra Benecke.