Plamag-Beschäftigte bangen weiter

Kurz vor der Ziellinie sprang die Rima System GmbH aus Düsseldorf als Käufer für die Plamag ab. Der weltweit führender Hersteller von Maschinen zur Druckweiterverarbeitung hatte sich als inzwischen dritter potenzieller Investor schon Anfang September zurückgezogen, sagte am Donnerstag der stellvertretende Plamag-Betriebsratschef Peter Trommer. Damit ist auch ein Jahr nach der Insolvenz die Zukunft des Plauener Manroland-Werkes ungewiss.

Für die Standorte in Offenbach und Augsburg konnten bereits vor einigen Monaten Lösungen gefunden werden. Die Possehl-Gruppe aus Lübeck, die das Augsburger Werk übernahm, versprach Plauen einen langfristigen Liefervertrag. "Derzeit ist die Lage angespannt, die Aufträge aus Augsburg gehen zurück", sagte Trommer und so hänge die Plamag voll in der Luft, was die Stimmung unter den rund 350 Beschäftigten weiter drücke.

"Die Belegschaft hatte gehofft, dass es mit dem dritten Interessenten endlich etwas werden würde. Immerhin waren mit der Rima GmbH die Gespräche am weitesten gediehen. Es wurde ein Sanierungstarifvertrag mit deutlichen Einschnitten für die Beschäftigten ausgehandelt. Doch vermutlich hat es dem Käufer nicht gereicht, denn als Grund für seinen Rückzug nannte er auch, dass der Beitrag der Belegschaft zu gering sei", so Trommer. "Vermutlich aber hat er sich die Entwicklung im letzten halben Jahr angeschaut und hat dann kurz vor Vertragsabschluss Nein gesagt", meint Trommer. Die Frage, ob weitere Arbeitsplätze in der Plamag in Gefahr seien, wollte er nicht kommentieren.

Unterdessen hat nach der Pleite des Druckmaschinenherstellers Manroland mehr als die Hälfte der entlassenen Mitarbeiter wieder eine Festanstellung gefunden. Die Bilanz der Transfergesellschaften an den drei Standorten sei sehr erfreulich, sagte gestern Insolvenzverwalter Werner Schneider. In Augsburg wurden demnach 404 der 709 Ex-Beschäftigten in ein neues Arbeitsverhältnis vermittelt, in Plauen 171 von 328 und in Offenbach 529 von 894.

Schneider sagte, er habe "insgeheim auf ein solches Ergebnis gehofft, aber es ist umso besser, wenn es auch eintritt". Die Qualifizierungsmaßnahmen für jene Beschäftigte, die noch keinen neuen Job gefunden haben, sollen den Angaben zufolge dank zusätzlicher EU-Gelder weitergehen.