Pistole ohne Waffenschein

Faustfeuerwaffen aus drei Jahrhunderten sind aktuell im Vogtlandmuseum bei der Sonderausstellung "Von der Steinschloss- zur Schreckschuss-Pistole" zu sehen.

Von Stephanie Rössel

Plauen 28 Pistolen hat der wissenschaftliche Mitarbeiter des Vogtlandmuseums, Wolfgang Schrader, aus dem Sammlungsbestand ausgewählt und für die Öffentlichkeit entsprechend zur Schau gestellt.
Von der extrem kleinen Radfahrer-Taschenpistole bis hin zur Preußischen Steinschloss-Kavalleriepistole M 1731 gibt es nicht nur für Waffenliebhaber einige interessante Modelle zu entdecken.
Ein Teil davon wurde von Michael Ziebal restauriert. Darunter auch eines der ältesten Exemplare vom Ende des 17. Jahrhunderts - ein Zimmermannsbeil mit Miqueletschloss-Feuerwaffe. Zwar gehören zu den Hand- und Faustfeuerwaffen auch Büchsen, Gewehre und Karabiner, die Ausstellung ist allerdings ausschließlich Pistolen, Revolvern und Selbstladepistolen vorbehalten. Ein wirklicher Hingucker in der Exposition sind die Taschenpistolen, für die nicht mal ein Waffenschein notwendig war.
Schrader sprach am Samstag zur Eröffnung davon, dass die Zentren der Faustfeuerwaffen-Herstellung gar nicht so weit entfernt waren. Eger, Karlovy Vary, Suhl und Dresden gehörten dazu. Er bedauerte jedoch, dass es keine Modelle von einheimischen Büchsenmachern im Museum gibt und bat darum, falls jemand im Besitz einer solchen Waffe ist, sich doch zu melden.
Die meisten Waffen jedoch stammen aus England, Frankreich oder auch Russland. Ungeachtet dessen, besitzt das Museum eine sehr wertvolle und umfangreiche Sammlung an Waffen und Militaria. Die mehr als 1.200 Exemplare umfassende Sammlung dürfte eine der größten Kollektionen im Freistaat Sachsen sein.
Die Sonderausstellung dauert bis zum 1. November und kann dienstags bis sonntags zwischen 11 und 17 Uhr besucht werden.