Piraten fordern Rücktritt Oberdorfers

Darüber zeigen sich die Vogtland-Piraten in einer Pressemitteilung zutiefst empört und fordern in diesem Zusammenhang den Rücktritt von Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer als Verbandsvorsitzender des ZWAV. Oberdorfer habe sich damit entschuldigt, dass ein gerissener Manager der Sachsen LB ihn über den Tisch gezogen und abgezockt habe. Er, Oberdorfer, sei völlig unwissend gewesen, zitiert der Piraten-Vorsitzende Andreas Weichold das Stadtoberhaupt und ist sich sicher, dass Oberdorfer mit dieser Erklärung eine Art Geständnis abgelegt habe, um sich Straffreiheit im Falle von polizeilichen Ermittlungen zu erkaufen.

Nach Ansicht Weicholds habe Oberdorfer damit zu verstehen gegeben, dass er als Chef eines der größten Wasser- und Abwasserverbände Sachsens in großen Stil versagt hat. In diesem Zusammenhang fordern die vogtländischen Piraten seinen sofortigen Rücktritt, eine rückhaltlose und vor allem öffentliche Aufklärung der Ereignisse um diese faulen Kredite.

Zugleich fordern sie Aufklärung darüber, "wer, wann und in welchem Maße für diese katastrophalen Fehlentscheidungen noch verantwortlich war". Dies betreffe besonders diejenigen vogtländischen Bürgermeister, die im ZWAV seit Jahren, ja Jahrzehnten das Sagen haben.

Der Piraten-Vorsitzende erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass das Vogtland eigentlich vor geschädigt ist: "Nach der Wende wurden beim Abwasser Oberes Göltzschtal 25 Millionen D-Mark verzockt. Das Geld ist ein für alle Mal futsch. Der verantwortliche Verbandsvorsitzende wurde damals zu mehreren Jahren Gefängnis verurteilt. Der Gerichtsprozess hatte deutschlandweit für Aufsehen gesorgt.

Die Verantwortlichen des später gegründeten ZWAV hätten eigentlich vorgewarnt sein müssen, bei Krediten besonders sorgfältig mehrfach und intensiv zu prüfen, bevor unterschrieben wird. Doch sie haben offenbar nichts hinzu gelernt. Von Unwissenheit kann also bei Oberdorfer keine Rede sein", äußert Weicholdt sein absolutes Unverständnis bezüglich des neuerlichen "Falles".

Weichold verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass die Piraten - auch im Vogtland - kommunaler Misswirtschaft, Korruption, Vetternwirtschaft und Amtsmissbrauch den Kampf angesagt haben. Im Herbst werde ein Parteitag des Kreisverbandes, der sich mit der Vorbereitung der Kommunalwahlen 2014 beschäftigt, auch diesem Thema widmen. Es könne und dürfe nicht mehr sein, dass der Steuerzahler am Ende immer der Dumme ist, "nur weil Politiker hinter verschlossenen Türen leichtfertig und fahrlässig Verträge unterschreiben und Gelder verzocken."