Pilze unter der Lupe

Die Kirmes in Falkenstein war diesmal eine besondere, galt es doch das 150. Kirchweihfest zu begehen. Abseits des kirchlichen Jubiläums widmete man auch weltlichen Freuden: Auf dem Rummel und Händlermarkt, sah den Falkensteiner Schnitzern zu und erlebte eine sensationellen Pilzausstellung.

Von Thomas Voigt

Falkenstein Pilze im vogtländischen Wald gab es in dieser Saison bisher kaum. In diesen Tagen schießen sie massenhaft aus dem Boden. Zur Pilzausstellung in der Falkensteiner Sporthalle konnten sich die Besucher zur Kirmes ein Bild von der Artenvielfalt machen. Pilzberaterin Christine Morgner präsentierte rund 180 Arten. "Weil viele Pilzfreunde mitgeholfen haben, kam diese Vielfalt zusammen." Vor dem Kirmes-Auftakt am Freitag aktivierte die Expertin ihre Auerbacher Pilzgruppe. Es hat sich gelohnt. Hunderte Schaulustige nahmen die Schwamme genau unter die Lupe. Nachdem kürzlich die geplante Pilzausstellung in Grünbach ausfallen musste, war es die erste größere Schau in der Region. An beiden Tagen beantwortete die Bergenerin die Fragen der neugierigen Besucher. Die waren verblüfft, dass es so viele essbare Pilze in heimischen Gefilden gibt. Das äußere Erscheinungsbild entspricht nicht immer den Vorstellungen der Laien. Ein "gelbgestiefelter Schleimkopf" schmeckt hervorragend, weiß die erfahrene Mykologin. "Ich probiere viele essbare Pilze selbst aus." Beim Anblick vom "Harten Zinnober-Täubling" kam sie regelrecht ins Schwärmen. Haut abziehen, Butter in die Pfanne, leicht salzen und fertig." Gleich nebenan lagen die ungenießbaren und giftigen Exemplare. Der "getropfte Ritterling" sollte nicht in der Pfanne oder im Kochtopf landen, erfuhren die Kirmes-Gäste. "Ich kenne nur drei Fundstellen im Vogtland." Sobald man sich unsicher ist, sollte man die Pilze stehen lassen oder den Pilzberater aufsuchen. Von der alleinigen Recherche im Internet hält die Spezialistin nicht viel. Nicht nur das Optische sei entscheidend. "Pilze muss man fühlen, riechen und schmecken."
Was die Verzehrmenge an Pilzen pro Person und Woche betrifft, empfiehlt die Fachfrau 250 Gramm. "Ich bin jede Woche im Wald unterwegs." Dabei entstehen Fotos für den Jahreskalender. "Der ist bei uns in Bergen zu haben." Unterwegs wird alles über GPS genau kartiert. Allein in der Region sind rund 1700 Arten dokumentiert. Alle relevanten Daten fließen in das Mykis-Programm Dresden ein. Daraus ergeben sich Rückschlüsse auf die Artenvielfalt und die Veränderungen im Wald. Manche Arten tauchen neu auf, andere verschwinden. Im Zuge des Waldumbaus sei mit Veränderungen zu rechnen. Wer sich bei der Beraterin informieren möchte, kann die Rufnummer 03746383982 wählen.