Pieschels Eisdiele in Plauen schließt

Pieschels Eisdiele in der Plauener Bahnhofstraße ist ab Ende dieser Woche Geschichte. Das letzte Eis können die Plauener diesen Samstag schlecken.

Plauen - Was zeitgeschichtlich für die Menschheit ein Segen war, ist für die Plauener ein Jammer: Nämlich das Ende der Eiszeit in den Kolonnaden. Gilt doch das selbstgemachte Gefrorene von der Treuener Eis-Familie Pieschel als eines der besten der Region. Wenn nicht als das Beste überhaupt.

Seit 1999 durften sich auch die Plauener durch 200 köstliche Eissorten kosten. Damit ist nun Schluss. Warum? "Wir wollen uns wieder mehr um unser Stammhaus in der Treuener Pfarrstraße kümmern", sagt Mandy Pieschel, die die familieneigene Filiale in den Plauener Kolonnaden leitet.

Mehr auf die Treuener Eisdiele konzentrieren deshalb, weil ihr Vater, Peter Pieschel, in Zukunft etwas kürzer treten wolle. Auch werde es immer schwieriger, ausgebildetes Personal zu finden. In Treuen sind neben Peter und Mandy Pieschel drei weitere Familienmitglieder ins Eisgeschäft eingebunden sowie drei Festangestellte; in Plauen arbeitete bisher eine festangestellte Kellnerin.

In beiden Eisdielen werden die Gäste zudem durch jobbende Schüler und Aushilfskräfte bedient. So wie von Viktoria und Alexandra, Schülerinnen vom Plauener Lessing- Gymnasium. "Schade, dass die Eisdiele schließt. Hier war es immer super", sagen die Mädchen, die es bedauern, jetzt ihren Ferienjob zu verlieren.

Da sie nicht motorisiert sind, können sie die Treuener Eisdiele nicht für den Job erreichen. Schlecht sei das Geschäft in Plauen nicht gewesen - aber nicht so gut, wie in Treuen.

Die Trebastadt sei ein gern gewähltes Ausflugsziel für Familien am Wochenende, nicht zuletzt wegen der Eisdiele. In Plauen sei die Bahnhofstraße am Wochenende leider ziemlich leer, konstatiert Mandy Pieschel. "Für die Plauener Kunden, die es bedauern, dass wir weggehen, tut es mir leid. Persönlich freue ich mich wieder auf Treuen", sagt die Junior-Chefin.

Seit Anfang des Jahres war klar, dass Pieschel aus dem Kolonnaden- Café auszieht. Der Entschluss hänge aber nicht damit zusammen, dass in den letzten Monaten mehrere Geschäfte die Kolonnaden verließen und der gläserne Einkaufstempel immer verwaister und damit unattraktiver wurde.

Dass Plauen die Eisfamilie Pieschel verliert, bedauert auch Monika Prösl, Centermanagerin der Kolonnaden. Für das ab Sonntag leerstehende Objekt gebe es zwar einen Interessenten, der dort wieder ein Eiscafé eröffnen wolle, jedoch seien die Vertragsverhandlungen noch nicht so weit gediehen, um darüber zu sprechen, sagt die Centermanagerin.

Im Moment stehen in den Kolonnaden rund 35 Prozent der Flächen leer. Das betrifft vor allem die obere Etage, aus der dieses Jahr Intersport Hopfmann ausgezogen ist. Auch dafür gebe es Interessenten, sagt Prösl, die sich guter Hoffnung gibt, dass sich die Lage in den Kolonnaden im nächsten halben Jahr verbessern wird.