Physiotherm Treuen plant Produktionserweiterung

 

Treuen - In diesen Tag sehnt man sich entweder mit den Skiern noch einmal auf die Piste oder an ein warmes Fleckchen. Die Wirtschaftsjunioren (WJ) Plauen-Vogtland machten sich anlässlich ihres Februarstammtisches auch auf die Piste, nicht zum Skifahren, vielmehr besuchten die Jungunternehmer und Führungskräfte der Region das Treuener Unternehmer Physiotherm.

 

Dort erfuhren die Wirtschaftsjunioren, wie Infrarotkabinen gefertigt werden, die nicht nur im Winter ein warmes Fleckchen bieten, sondern das ganze Jahr über gute Dienste für das Wohlbefinden und die Gesundheit leisten können. Werkleiter André Kuhfs stellte das Unternehmen Physiotherm seinen Gästen vor. Der Sitz der Unternehmensgruppe, die Marktführer für hochwertige Infrarotkabinen ist, befindet sich in Thauer/Innsbruck in Österreich und wurde im Jahr 1995 von Luis Schwarzenberger gegründet. Schwarzenberger hatte einen schweren Skiunfall mit einem doppelten Wirbelbruch als Folge. In der Heilungsphase erfuhr er die gesundheitsfördernde Kraft der Tiefenwärme durch Infrarotstrahlung und die damit verbundene Aktivierung der Selbstheilungskräfte. Aus dieser Erfahrung heraus entwickelte sich eine Geschäftsidee und letztendlich die Gründung der Firma Physiotherm.

Bis heute habe sich das Unternehmen rasant entwickelt, betont André Kuhfs, der seit Sommer 2009 das Werk im Treuener Gewerbegebiet Goldene Höhe leitet. Neben dem Stammwerk in Österreich, in dem sich auch die Forschung und Entwicklung befindet, entstand ein zweites Werk im Vogtland. Außerdem gehören 33 Beratungscenter mit Vertriebsagenturen in zehn Ländern zur Gruppe. Insgesamt beschäftigt Physiotherm rund 160 Mitarbeiter (35 in Treuen). Das Werk in Treuen produziert seit Frühjahr 2008. Hier werden die Holzkabinen gefertigt. Auf einer Gesamtfläche von 20 000 Quadratmetern sind 4000 Quadratmeter mit Produktion und 500 mit Verwaltung belegt.

Vor zwei Jahren begann man mit der Fertigung von acht Kabinentypen, berichtet Kuhfs. Heute sind es bereits 23 verschiedene Modelle, die das Werk in Treuen verlassen. Aktuell ist man bei rund 10 000 Einheiten pro Jahr. Das sind drei Lkw-Ladungen pro Woche. "Unser Ziel sind 25 000 pro Jahr", betont der Werkleiter. Um das zu erreichen, hat man noch freie Kapazitäten sowie zusätzliche 10 000 Quadratmeter Land als Optionsfläche für Erweiterungen. Im Winter arbeitet die Produktion im Dreischichtsystem. So sind in Spitzenzeiten, wie jetzt im Winter, allein 17 Mitarbeiter in der Produktion beschäftigt. Im Sommer sei die Nachfrage derzeit noch geringer. Da schaffe man die Arbeit in einer Schicht. Aktuell gebe es rund 300 000 Anwender von Infrarotkabinen. Das sind beispielsweise Kindergärten, Bäder, medizinische- und Kureinrichtungen, Privatpersonen, Hotels und Fitness-Studios. Ein großes Marktpotenzial sieht das Unternehmen im Privatbereich. Firmengründer Luis Schwarzenberger hat die Vision, dass die Infrarotkabinen ein fester Bestandteil eines jeden Bades werden können. Die Marktposition soll künftig weiter ausgebaut werden. Dazu will man eine noch individuellere Produktpalette gestalten.

Die Produkte von Physiotherm unterscheiden sich deutlich von den Wärmekabinen, wie sie in Baumärkten angeboten werden - in Sachen Preis, Qualität und Wirkungsweise. In Treuen setzt man auf Qualität, Innovation und ein patentiertes System. So benötigen die Infrarotkabinen von Physiotherm keine Vorheizphase. Die Kabinentemperatur liegt bei Zimmertemperatur. So wird beispielsweise der Kreislauf geschont. Die Infrarotelemente mit patentierter Lavasand-Technik und original Physiotherm-Steuerung werden nicht durch Latten verdeckt und wirken nur auf den Rückenbereich. Zudem können die Kabinen einzeln oder kombiniert mit Aroma-, Farblicht, Sonnenlicht- oder Klangbad ausgestattet werden. Auch bei den Größen, Formen, Holzarten, Farben und Lackierungen gibt es unterschiedlichste Varianten. Selbst eine Sonderedition "Luis Trenker" mit schwarzem Lack und großem Bildmotiv wird angeboten.

Einen Überblick zu den Produkten bekommt man im Treuener Beratungscenter. Neben verschieden Modellen und einer fachkundigen Beratung erwartet die Besucher auch eine Infrarotkabine zum Testen. In Treuen habe man zudem die Erfahrung gemacht, dass die Qualität der Produkte Kunden aus einem weiten Umfeld nach Treuen zieht. So können sich die Verkaufszahlen im Vogtland gut mit denen der Topadressen in Großstädten messen, weiß André Kuhfs. Die Wirtschaftskrise habe man bei Physiotherm kaum wahrgenommen, so Kuhfs. Dafür habe man in den vergangenen Monaten andere Probleme bewältigen müssen. Kuhfs, 28 Jahre jung, habe erst im Sommer 2009 die Werkleitung in Treuen übertragen bekommen. "Für mich war das schon Neuland", sagt André Kuhfs.

 

Die betrieblichen Abläufe in Treuen mussten weiter gefestigt und den aktuellen Bedingungen angepasst werden. Es wurden Mitarbeitergespräche geführt und auch Stellen intern umbesetzt. Monatlich werte man jetzt in der Belegschaft die aktuelle Situation aus, spreche Probleme sowie mögliche Lösungen an und stecke neue Ziele ab. Nun sei man auf einem guten Weg, bilde sogar zwei Lehrlinge aus. Nach wie vor sei es schwierig, qualifizierte Mitarbeiter zu bekommen. Diesem Fakt stimmten die anwesenden Wirtschaftsjunioren zu. Obwohl es aktuell gute Chancen gebe, Fachkräfte zu finden, wie Axel Seidel von Seidel Moden in Schreiersgrün im Gespräch ergänzt.     -schin