Philips Plauen wird zu Vogtland-Speziallampen

"Bavaria hat ihre Versprechen eingehalten. Alle 310 Mitarbeiter, die nach dem Transfer der H4-Fertigungslinie noch da waren, sind übernommen. Hinzu kommen noch 40 Azubis und Lehrlinge. Und wir werden weiter im IG-Metall-Tarifverbund sein. Es ist ein Betriebsübergang und somit werden den Mitarbeitern alle Dienstjahre anerkannt. Und auch die mit Philips geschlossenen Betriebsvereinbarungen gelten weiter", sagte General Manager Gerhard Liebscher zufrieden und erleichtert zugleich.

Nach seiner Gründung 1948 ist das Werk erstmals wieder eigenständig. Zunächst gehörte es zum Kombinat Narva und seit 1991 zum Philips-Konzern. Philips bleibe auch weiterhin Hauptkunde bei der vosla GmbH, deren Namen übrigens bei einem Mitarbeiterwettbewerb siegte. Liebscher erklärte auch die Wortkombination, will aber vosla als Marke etablieren: vo stehe für Vogtland und sla für Speziallampen.

"Es war gar nicht so einfach, einen auf dem Weltmarkt noch nicht besetzten Namen zu finden. 200 Vorschläge wurden eingereicht, zum Schluss blieben nur wenige übrig, die auch angemeldet werden konnten. Immerhin exportieren wir in 80 Länder und viele Buchstabenkombinationen sind da vorhanden. Wir haben extra im Marktsegment Licht und Lampen geschaut, da gab es vosla noch nicht.

Am Dienstag wird bei einer Feier im Betrieb auch das neue Logo vorgestellt. Die beiden Chefs der Bavaria, Reimar Scholz und Harald Enders, werden ebenso wie Philips-Vertreter dabei sein. Und auch alle Mitarbeiter, denen wohl nach der langen Zeit der Ungewissheit ein Stein vom Herzen gefallen ist. "Ich hätte mir auch gewünscht, es gehe schneller", sagte Liebscher.

"Ich bin wirklich froh, dass die Historie zum Abschluss kommt und wir positiv nach vorn blicken können. Ich freue mich für den Standort und die Leute, dass es uns gelungen ist, eine Zukunft zu gestalten. Auch wenn eine harte Arbeit vor uns liegt, denn außer in Deutschland verkaufen die europäischen Autoproduzenten, für die wir liefern, weniger Fahrzeuge. Das macht sich auch bei unserer Auftragslage bemerkbar", fügte er hinzu.

Als eigenständiger Betrieb, der nicht mehr an eine Konzernstruktur gebunden ist, könne aber auch flexibler und schneller auf die Marktsituation reagiert werde. Übrigens auch Narva war eine Buchstabenkombination: N stand für Nitrogenium, AR für Argon und VA für Vakuum. Und die Narva gab es über 30 Jahre.