Pflichtentleerung beim Restmüll im Vogtland?

Konsequente Mülltrennung ist vielen Vogtländern in Fleisch und Blut übergegangen. Irgendwie hat man dabei das gute Gefühl, etwas für die Umwelt zu tun. Wer mit Köpfchen entsorgt und bewusst Müll trennt wie Papier, Grünabfälle, Verpackungen mit grünem Punkt, keine "Windel- Babys" zu versorgen hat, bei dem füllt sich die Restmülltonne gemächlich. Auch ohne "müllverdichtendes Gehopse" in der Tonne, werden im Drei-Personen-Haushalt nicht unbedingt vier 120 Liter-Behälter pro Jahr gefüllt.

Das war auch kein Problem - bisher. Denn seit 2012 findet sich eine Neuregelung.

"Nehmen Sie sich ein wenig die Zeit, darin zu blättern und Sie werden insbesondere in den Entsorgungsgebieten Auerbach, Klingenthal, Oelsnitz, Plauen Land und Reichenbach, mehrere Neuheiten sowie auch die gewohnten Informationen zum Thema Abfallentsorgung finden." So ermuntert der Landrat im Abfallwegweiser 2012 seine lieben Vogtländerinnen und lieben Vogtländer. Natürlich fügt er auch an, dass sich 2012 die Abfallwegweiser für die Satzungsgebiete Altkreis und Stadt Plauen inhaltlich noch unterscheiden. Die "Harmonisierung" beider Satzungsgebiete ist für 2014 anvisiert.

Doch zurück zu den Neuerungen. Vier gibt es im Altkreis laut Abfallwegweiser. 1. Mobile Grüngutsammlung im Frühjahr und Herbst (Teilnahme nur auf Anfrage); 2. Einführung der Zusatzentsorgung für Sperrmüll; 3. Sonderleerungen für Restabfallbehälter ist auf Antrag möglich und 4. Kontrollmöglichkeit für quartalsweise Leerung der Restabfallbehälter.

Zu Erläuterungen hierfür wird auf Seite 6 des Wegweisers verwiesen. Was lesen wir da? "Neu ist ab 2012 die Möglichkeit, dass der Landkreis sich durch belegen lassen kann, dass wurde. Ziel dieser Maßnahme ist es, falsche Entsorgungspraktiken sowie das Verbrennen von Abfällen in Haushalten zu unterbinden aber auch hygienischen Forderungen gerecht zu werden. Die der Banderolen für die festen Restabfallbehältnisse deshalb dem öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger ."

Das wirft Fragen auf. Wer kommt zur Kontrolle? Was, wenn ich den Quittungsbeleg verbummelt habe? Sind dann Sanktionen zu befürchten? Kann ich vielleicht meine 120-Liter-Restmülltonnen in eine 80-Liter-Tonne tauschen, weil ich die eher quartalsweise voll bekomme und die dann auch noch kostengünstiger ist?

Eigentlich sei das keine Pflicht-Leerung, beschwichtigt Pressesprecherin Kerstin Büttner und vermittelt den Kontakt zu Fachfrau Birgit Dietz, die verantwortliche Leiterin im Amt für Abfallwirtschaft, mit Sitz in Oelsnitz. Birgit Dietz bestätigt das. Die quartalsweise Leerung sei auch bereits Inhalt der Altsatzung. Neu sei 2012 lediglich die mögliche Kontrolle. Allerdings werde das Amt nicht von sich aus auf die Bürger zugehen und die Belege für vier Pflichtleerungen einfordern. "Wir handeln nur mit konkretem Auftrag", erklärt Birgit Dietz.

Das könne eintreten, wenn Verdacht auf illegale Müllentsorgung bestehe und dem Landratsamt angezeigt werde. Für solch einen Fall sei es nun schon ratsam, die Quittungen beim Kauf von Müllbanderolen für das laufende Jahr aufzubewahren. Keinesfalls werde man obligatorisch bei den Bürgern Kontrollen vornehmen. Das sei weder gewollt, noch machbar. Die Größe der Tonne zu wechseln, stehe den Bürgern frei. Wer im Betriebshof die Tonne tausche (eventuell von der 120 Liter zur 80 Liter Tonne) , könne das kostenfrei. Pflichtmengen (fünf Liter pro Einwohner und Woche Restmüll) haben übrigens die Plauener zu entsorgen.

Was herauskommt, wenn bis 2014 eine einheitliche Satzung im Vogtland in Sachen Abfallwirtschaft gilt, lasse sich im Moment noch nicht sagen. Da werde sicher noch viel und heftig gestritten, weiß die Amtsleiterin. Das Thema bleibe spannend - auch in Sachen Pflichtleerung beim Restmüll.