Pferd stürzt in Oberlauterbach in Brunnen

50 Männer von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk haben sich gemüht - leider umsonst: Das Pferd ist verendet. "Ich vermute wegen Stress, Herzinfarkt oder etwas ähnlichem", sagt Hartmut Schörner, der Falkensteiner Feuerwehr-Chef.

Am Sonntag, kurz vor 17 Uhr, waren die Feuerwehren von Oberlauterbach und Falkenstein alarmiert worden: Ein Pferd sei eingebrochen in einen Brunnenschacht beim Rittergut in Oberlauterbach.

Wie sich herausstellt, ist das Pferd durch die geteilte Metallabdeckung des Brunnens gebrochen. Möglicherweise hatte das Pferd die Gefahr nicht erkannt wegen Sehproblemen. Jedenfalls steckte das Tier in dem vier Meter tiefen Schacht, der zwei Meter im Durchmesser misst.

"Wann das Pferd eingebrochen ist, wissen wir nicht. Es stand jedenfalls bis auf halbe Höhe in Jauche und war total aufgeregt", berichtet Feuerwehrmann Schörner. "Ein herbeigerufener Tierarzt hat dem Tier mittels Blasrohr eine Beruhigungsspritze verpasst. Dann haben wir die Jauche abgepumpt."

Die Feuerwehrleute versuchten mit ihren Wasserschläuchen ("die schneiden nicht so ein wie Tragegurte") und einem Bagger das Pferd zu bergen. Doch das misslang. Deshalb wurde 17.36 Uhr das Technische Hilfswerk angefordert. 20 Mann mit fünf Fahrzeugen eilten aus Reichenbach zu Hilfe. "Wir wussten ja nicht, wie groß die Grube ist", berichtet Thomas Gläßer vom THW.

Die Helfer errichteten einen Dreibock, hängten einen Greifzug (eine Art Luxemburger mit Seilen für schwere Lasten) dran, brachten Schäkel, Schluppen und Spanngurte zum Einsatz und wollten das schätzungsweise 600 Kilo schwere Pferd in die Höhe heben. Doch während des Hebens ist das Tier verendet. "Plötzlich hat es den Kopf hängen lassen", sagt Gläßer. Die Bergung gestaltete sich trotzdem nicht einfacher: Oben stellte sich heraus, dass der Dreibock zu klein ist. "Der Bagger war dann die Lösung: Mit ihm konnten wir alles ein Stück höher heben und zur Seite schwenken", sagt Gläßer, der von einer guten Zusammenarbeit von Feuerwehren und THW spricht.

Die Ortsgruppe Reichenbach des THW zählt Gläßer zufolge rund 50 Mitglieder, zum "harten Kern" zählen 30 Mann. Harter Kern? "Ja, das sind die, die schnell einsatzfähig sind: Sie wohnen in der Nähe und haben verständnisvolle Arbeitgeber." Gläßer selbst, ein gelernter Drucker, ist als ehrenamtlicher THW-Verwaltungshelfer auch für die anfallenden Schreibarbeiten zuständig. ufa