Petition der Reuther Kita-Eltern

Reuth - Die geplante Erhöhung der Elternbeiträge in der Integrativen Kindereinrichtung "Zwergenland" Reuth ruft die Eltern und Angehörigen auf den Plan. Sie sammeln Unterschriften für eine Petition, die den Landrat erreichen soll.

Hintergrund: Die Kommunalaufsicht des Vogtlandkreises forderte die Gemeinde Reuth, die eine Verwaltungsgemeinschaft mit Weischlitz hält, auf, den bei Kita-Gebühren üblichen Höchstbetrag einzuführen. So würde eine neunstündige Betreuung in Krippe und Kita um 39 Euro, für sechs Stunden Hort-Betreuung um 22 Euro steigen.

Somit steigt die monatliche Krippen-Gebühr von 173 auf 212 Euro, im Kindergarten von 88 auf 127 Euro und im Hort von 52 auf 74 Euro. Mit den bisherigen Gebühren liege man auf der Kostenebene, die auch in anderen Kommunen zu leisten sind. Ebenso werden die Steigerungen für kürzere Betreuungszeiten einhellig abgelehnt, meinen die Eltern.

Mit den höheren Gebühren möchte die Gemeinde fast 1.900 Euro mehr pro Monat einspielen. "Die aufgemachte Rechnung wird sich schnell als Milchmädchenrechnung erweisen, da die Eltern nach alternativen Lösungen für die Kinderbetreuung suchen werden, sollte sich die Gebührensteigerung durchsetzen. So zum Beispiel durch kürzere Verweilzeiten", so Kitaleiterin Doritta Korte. Im Kitabereich entsprechen die Erhöhungen für alle Betreuungszeiten etwa einem Plus von 45 Prozent.

Es sei schon eigenartig, dass die Erhöhungen der Gemeinde nicht empfohlen wurden, sondern jetzt von Amts wegen durchgesetzt werden sollen. Denn der Gemeinderat hatte die Gebührenerhöhung einhellig abgelehnt, erinnert die Reuther. Nach Auffassung der Eltern greife die Behörde mit der drastischen Aufforderung, die Gebühren zu erhöhen, in die Demokratie ein.

In der Petition wollen die Eltern den Landrat darauf aufmerksam machen, dass die Eltern bereits durch die drastische Preissteigerung für das Kita-Essen höher belastet worden sind. Die logische Konsequenz sei, die Kinder nicht mehr ganztags betreuen zu lassen, um Kosten zu sparen. An den Betriebskosten wird sich in diesem Fall nichts ändern.

Die Eltern machen darauf aufmerksam, dass sie die Unterbringung ihrer Sprösslinge nicht als Verwahrung sehen, sondern die Kita auch einen erheblichen Bildungsauftrag hat. Eine kürzere Betreuung wird sich negativ auf die Kinder auswirken. Das Bildungsangebot wird sich zwangsläufig verkleinern. Leidtragenden wären die Kinder. Jochen Pohlink